Symrise-Parfum-Aromen

Wachstum bleibt hinter den Erwartungen zurück Symrise-Zahlen nicht ganz so dufte

Stand: 14.03.2018, 14:14 Uhr

Die starke Nachfrage nach Aromastoffen und Zusätzen bei Lebensmitteln und Heimtiernahrung hat das Wachstum von Symrise angetrieben. Doch einige Anleger rümpfen die Nase: Sie hatten sich noch mehr erhofft.

Ob der Mint-Geschmack der Zahnpasta, der Zitrusgeruch des Haushaltsreinigers, das Erdbeer-Aroma des Joghurts oder der Geruch von Dior-Parfums - in vielen Produkten steckt eine Prise Symrise. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Holzminden beliefert die Duft-, Kosmetik- und pharmazeutische Industrie sowie die Hersteller von Lebensmitteln, Getränken oder Tierfutter mit Inhaltsstoffen. Das Geschäft wächst seit Jahren konstant.

So auch 2017: der Umsatz des Aromenherstellers stieg um 3,2 Prozent auf 2,996 Milliarden Euro. Bei konstanten Wechselkursen und ohne Zu- und Verkäufe hätte das Wachstum gar 6,3 Prozent betragen.

Große Nachfrage aus der Getränke- und Ernährungsindustrie

Besonders groß war das Interesse der Getränke- und Süßwarenindustrie an Geschmacksstoffen. Im Segment Flavor betrug das Wachstum 8,5 Prozent. Noch stärker legte das kleinste Segment Nutrition, das Inhaltsstoffe an die Ernährungs- und Heimtierfutterindustrie liefert, mit einem Plus von 9,6 Prozent zu. Dagegen schrumpften die Erlöse im größten Segment Scent & Care um 3,7 Prozent, das die Aktivitäten rund um die Anwendungsbereiche Parfümerie, Mund- und Körperpflege sowie Haushaltspflege bündelt. Symrise begründete den Umsatzrückgang teilweise mit der Veräußerung der Industrie-Aktivitäten der amerikanischen Pinova, die Symrise zugekauft hat.

Währungseffekte, höhere Rohstoffkosten und Investitionen in die Erweiterung von Kapazitäten bremsten den Gewinn. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte "nur" um knapp ein Prozent auf 630 Millionen Euro zu. Die Ebitda-Marge lag damit bei 21 Prozent. Analysten hatten mehr erwartet. Sie hatten ein Ebitda von 636,6 Millionen Euro und einen Umsatz von über drei Milliarden Euro vorhergesagt.

Dividende wird nur um drei Cent erhöht

Auch bei der Dividende blieb Symrise hinter den Prognosen zurück. Der Aromenhersteller will den Aktionären 0,88 Euro je Aktie ausschütten - drei Cent auf mehr als im Vorjahr. Analysten hatten mit 93 Cent gerechnet.

2018 will Symrise erneut stärker wachsen als der Markt. Dieser wird nach Unternehmensangaben um drei bis vier Prozent höher erwartet. Bei der operativen Marge gibt sich das MDax-Unternehmen mit einem Ziel von rund 20 Prozent im Vergleich zum abgelaufenen Jahr etwas vorsichtiger. Diese läge dann näher am unteren Ende des bestätigten Mittelfristziels von 19 bis 22 Prozent bis Ende 2020.

Vorstandschef Heinz-Jürgen Betram warnte vor steigenden Kosten für Rohstoffe. Dazu trüge auch der Ausfall eines wichtigen Lieferanten bei. Bei BASF war es Ende Oktober in der Citral-Anlage in Ludwigshafen zu einem Brand gekommen. Sie ist bismindestens Ende März außer Betrieb. Citral ist ein wiochtiger Grundstoff für viele Düfte und Aromen. Symrise könne zwar mit eigenen Rohstopffen gegensteuern, "aber wir haben sie nicht immer dort, wo wir sie gerade brauchen", sagte Bertram.

Aktien sacken ab

Die Bilanz und der Ausblick von Symrise riechen an der Börse nicht gut. Die Aktien von Symrise fallen am Mittwoch um gut fünf Prozent und sind MDax-Schlusslicht. Zuletzt war der Titel ganz gut gelaufen. Mit 73,48 Euro erreichte die Aktie Anfang des Jahres ein Rekordhoch. Seither ging es wieder abwärts. Auf Einjahres-Sicht haben die Symrise-Papiere rund sieben Prozent gewonnen.

Symrise ist mit einem Marktanteil von zwölf Prozent zweitgrößter Aromenhersteller der Welt - gleichauf mit dem US-Konzern IFF und dem Schweizer Familienunternehmen Firmenich. Nummer eins der Branche ist der Schweizer Konzern Givaudan mit einem Marktanteil von 18 Prozent. Die Schweizer übertrafen zuletzt mit ihren Jahreszahlen die Erwartungen.

nb