Symrise-Parfum-Aromen

Ausblick nicht so dufte Hohe Rohstoffpreise bremsen Symrise

Stand: 13.03.2019, 13:56 Uhr

Die Aktien von Symrise sind im Höhenflug. Ob in der Zahnpasta, im Rasierwasser oder im Vanille-Eis: Der Duft- und Aromenhersteller steckt fast überall drin - und wächst kontinuierlich. Doch die Rohstoffknappheit - besonders bei Citral - macht Symrise zu schaffen.

Ob in der Getränke- oder Süßwarenindustrie: Geschmacksstoffe sind heute fast überall drin. Davon profitiert Symrise. Das niedersächsische Unternehmen aus Holzminden beliefert die Industrie mit allerlei Geschmacks- und Inhaltsstoffen, zum Beispiel Vanille in der Eiscrème. Zudem bietet Symrise Duftstoffe wie Menthol für Zahnpastas oder die passende Duftnote zum Rasierwasser.

Über fünf Prozent mehr Wachstum

Die große Nachfrage nach Aroma- und Duftstoffen trieb im vergangenen Jahr den Umsatz von Symrise um 5,3 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte sowie Übernahmen und Verkäufe herausgerechnet, lag das Plus sogar bei 8,8 Prozent und damit über der Unternehmensprognose. Vor allem in den Schwellenländern in Asien und Lateinamerika wuchs der Duftstoff- und Aromenhersteller deutlich.

Die Rohstoffknappheit wird jedoch immer mehr zum Problem für Symrise. Besonders der wichtige Schlüsselrohstoff - Citral – wird zur Mangelware. Laut Symrise spitzte sich hier die Situation zu. Die Flüssigkeit mit intensivem Zitronenduft ist unter anderem in Tomaten als Duftstoff zu finden.

Gewinn stagniert

Wegen der Knappheit verteuerten sich Rohstoffe wie Citral. Das führte dazu, dass Symrise teurer einkaufen musste. Die gestiegenen Rohstoffpreise zehrten am Gewinn. Nur dank Preiserhöhungen konnte das operative Ergebnis (Ebit) 2018 stabil bei 631 Millionen Euro gehalten werden.

Die hohen Rohstoffkosten drücken die Marge. Für 2019 peilt der MDax-Konzern eine Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von nur noch rund 20 Prozent an. Analysten hatten im Schnitt 20,6 Prozent auf dem Zettel. Beim Umsatz will Symrise stärker wachsen als der Markt.

Die abkühlende Konjunktur macht Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram kaum Sorgen. "Wir sind weit davon ab, in Moll zu singen", sagte der gut gelaunte Manager. "Das Gute ist: Gegessen und getrunken wird immer."

Aktien nahe Rekordhoch

Der eingetrübte Margen-Ausblick belastete zunächst den Aktienkurs von Symrise. Im Laufe des Tages drehte der MDax-Titel dann aber gut zwei Prozent ins Plus. Er näherte sich seinem im Sommer 2018 markiuerten Rekordhoch von 81,68 Euro. Seit Jahresbeginn haben die Aktien fast 20 Prozent gewonnen.

Trotz des stagnierenden Gewinns winkt den Aktionären eine Dividende von 90 Cent je Anteilsschein. Das sind zwei Cents mehr als im Vorjahr.

Bis 2025 plant Symrise eine Verdopplung des Umsatzes auf etwa 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro. Für die Ebitda-Marge werden langfristig 20 bis 23 Prozent angepeilt. Neben einem Ausbau der eigenen Produktion sollen Übernahmen zum Wachstum beitragen. Erst im Januar wurde der Ausbau des Geschäfts für Heimtiernahrung mit dem Kauf des US-Anbieters von Proteinspezialitäten auf Basis von Fleisch- und Ei-Produkten ADF/IDF für 900 Millionen US-Dollar bekannt gegeben.

nb