Symrise-Parfümeurinnen

Neues Parfüm aus dem intelligenten Computer Symrise und der Tag der Liebenden

Stand: 11.06.2019, 15:49 Uhr

Was hat der "Dia dos Namorados", der Valentinstag in Brasilien, mit dem Aromen-Hersteller Symrise und einem Super-Computer von IBM zu tun? Eine Menge, wie man am Dia dos Namorados sehen - oder besser gesagt - riechen wird.

Denn am morgigen 12. Juni wird in Brasilien pünktlich zum Tag der Liebenden eine Weltneuheit vorgestellt: Denn der Tag ist als Vermarktungsstart für neue Dürfte wie gemacht. Auch Brasiliens Kosmetikkonzern O Boticário präsentiert deshalb in wenigen Tagen zwei einzigartige Parfüms.

Symrise-Parfum

Symrise-Parfum-Entwicklung mit Künstlicher Intelligenz. | Bildquelle: Unternehmen

Unter dem kolportierten Namen "Robotic" werden laut Medienberichten dann zwei neue Dürfte vermarktet. Eine Weltneuheit insofern, als die Dürfte erstmals von einer Maschine und nicht von Menschen konzipiert wurden. Damit bricht das Unternehmen auch mit einer jahrhundertealten Tradition in der Parfümerie: Erdacht hat die Parfums ein Computerprogramm, die künstliche Intelligenz Philyra aus dem Hause IBM.

1,7 Millionen Düfte

Philyra nutzt eine Datenbank, in der die Zusammensetzung von knapp 1,7 Millionen Parfüms enthalten ist. Dazu kommen Daten zur jeweiligen Region, Altersgruppe und dem Geschlecht potenzieller Kunden. Auf Knopfdruck spuckt das Computersystem damit neue Parfümkreationen für eine bestimmte Zielgruppe aus. Ein Parfümier kann diese Formeln danach weiter verfeinern.

Dabei stellt der Duft- und Aromenhersteller Symrise die stoffliche Basis für die neuen Parfums. Philyra greift außerdem auf sämtliche Formeln und Rezepturen zurück, die je bei Symrise entstanden sind, so Achim Daub, Vorstand bei Symrise. Dabei wählt die Software Rohstoffe für das neue Parfüm aus und entwickelt genau den Duftstoff, den ein Parfümhersteller in der nächsten Saison an den Markt bringen will.

Genau auf die Zielgruppe abgestimmt

"Der Kunde gibt vor, wie der Duft letztendlich riechen soll", erläutert Daub. Parfümentwicklung ist ein extrem zielgruppenorientiertes Geschäft.

Hat die Philyra-Software eine neue Rezeptur für ein Parfüm zusammengestellt, wird diese zum Laborcomputer geschickt. Der schickt entsprechende Befehle an die Abfüllroboter im Labor, und die mischen den neuen Duftstoff dann zusammen. Die Parfümeure können dann dank Philyra weiter experimentieren.

Für eines wird Philyra schon in den nächsten Monaten sorgen: Die Misch-Roboter halten massenhaft Einzug in die Labors der Parfümeure. Sie rühren, mengen und schütteln die Duft-Rohstoffe nach den Anweisungen, die der Computer mit Künstlicher Intelligenz ihnen gibt.

AB