Über das Band einer Zuckerabfüllmaschine werden Zuckerpakete transportiert

Vorläufiger Bericht vorgelegt Südzucker: Raus aus den roten Zahlen?

Stand: 22.04.2020, 15:17 Uhr

Die Südzucker AG hat nach vorläufigen Zahlen in dem im Februar endenden Geschäftsjahr 2019/20 trotz rückläufigem Umsatz ein höheres operatives Ergebnis erzielt.

So ging der Jahresumsatz von Südzucker bis Ende Februar von 6,8 auf 6,7 Milliarden Euro zurück. Gleichzeitig stieg das operative Konzernergebnis auf 116 Millionen Euro, nach 27 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum. Zu diesem Anstieg trugen erwartungsgemäß insbesondere die Segmente CropEnergies und Spezialitäten bei.

Wegen eines Sonderaufwandes für die Restrukturierung inklusive Werksschließungen und Wertberichtigungen in der Zuckersparte musste Südzucker im letzten Geschäftsjahr 2018/19 unter dem Strich einen Verlust von 805 Millionen Euro ausweisen.

Dank höherer Ethanol-Nachfrage hat CropEnergies im Geschäftsjahr 2019/20 (bis Ende Februar) seinen Umsatz um gut 15 Prozent auf 899 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis konnte das Unternehmen auf 104 Millionen Euro mehr als verdreifachen. Aktionären winkt deshalb eine auf 30 Cent je Aktie verdoppelte Dividende.

Südzucker-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,20 Euro je Aktie erhalten. Die Hauptversammlung soll am 16. Juli 2020 in virtueller Form stattfinden.

Vorsichtig optimistisch

Zur weiteren Entwicklung in diesem Jahr äußerte sich Südzucker zurückhaltend. Die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der derzeitigen Einschränkungen seien zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar, so der Konzern. Sie seien deshalb in der Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 noch nicht enthalten.

Südzucker erwartet für das Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 6,9 bis 7,2 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis dürfte in einer Bandbreite von 300 bis 400 Millionen Euro liegen. Der Anstieg werde insbesondere durch die Ergebnisverbesserung des Segments Zucker getragen.

Analysten sind sich uneinig

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für die Aktie nach den vorläufigen Jahreszahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 14,50 Euro belassen. Die Eckdaten hätten die Erwartungen im Großen und Ganzen erfüllt, schrieb Analyst John Ennis. Auch mit Blick auf die Signale für 2021 rechnet er nicht mit größeren Anpassungen der Markterwartungen

Ganz anders die Commerzbank. Deren Analyst Michael Schäfer hat seine Kaufempfehlung für die Südzucker-Aktie gestrichen, da er eine Rückkehr zur Zuckerpreisschwäche vergangener Jahre befürchtet. Er kappte daher seine Schätzungen für dieses Segment und die Gewinnerwartungen für die Tochter CropEnergies wegen schwacher Bioethanol-Preise.

Nach der jüngsten Erholung der Aktien sei das Chance-Risiko-Verhältnis für Südzucker nicht mehr attraktiv, so Schäfer. Mit seinem Kursziel von 15 Euro bleibt er aber klar über dem derzeitigen Xetra-Niveau.

lg