Südzucker-Schriftzug steckt in einem Zuckerhäufchen

Preisverfall bei Zucker und Bioethanol Südzucker: Ob das noch mal was wird?

Stand: 12.07.2018, 10:35 Uhr

Südzucker leidet weiter unter den fallenden Zuckerpreisen nach dem Wegfall der Quoten-Regelung, wie ein Blick auf das zweite Geschäftsquartal zeigt. Auch für das Gesamtjahr ist keine Besserung in Sicht.

Im ersten Geschäftsquartal zwischen März und Mai ist das operative Ergebnis (Ebit) um nahezu die Hälfte eingebrochen, auf 78 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben für die Anteilseigner nur noch 20 Millionen Euro Gewinn übrig - drei Viertel weniger ist als ein Jahr zuvor. Wegen des anhaltenden Preisverfalls verringerte sich der Umsatz trotz deutlich höherer Absatzmengen um 2,3 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro.

Auch für das Gesamtjahr 2018/19 (bis Ende Februar) rechnet Südzucker mit Rückgängen. Der Konzern erwartet weiterhin, dass das operative Ergebnis von den 445 Millionen Euro des Vorjahres auf 100 bis 200 Millionen Euro schrumpfen wird. Der Umsatz dürfte sich auf einen Wert zwischen 6,8 und 7,1 Milliarden Euro einpendeln nach 7,0 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Fällt die Aktie weiter?

Trotzdem ist der Aktienkurs zunächst nicht weiter eingebrochen. Sein Jahrestief von 12,57 Euro hat er schon gestern erreicht. Damit hat die inzwischen in den SDax abgestiegene Südzucker-Aktie seit Jahresbeginn knapp 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Eine Trendwende kann Goldman Sachs-Analyst John Ennis nicht erkennen. Zwar habe das Ebit von 78 Millionen Euro im ersten Geschäftsquartal seiner Schätzung entsprochen, doch die bestätigten Jahresziele könnten für Abwärtsdruck bei der Aktie sorgen. Dabei verwies er darauf, dass die Ebit-Spanne weiter zwischen 100 und 200 Millionen Euro angegeben wurde, die Konsensschätzung jedoch bei 170 Millionen Euro liege. Er empfiehlt deshalb die Aktie zu verkaufen und beließ das Kursziel auf 11,00 Euro.

Bioethanol-Preise unter Druck

Neben dem Rückgang der Zuckerpreise leidet der Konzern auch unter dem Verfall der Ethanolpreise. Dies hat die Südzucker-Tochter Cropenergies schwer erwischt. Nach einem schwächeren Jahresauftakt zeigten sich die Mannheimer für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 jüngst noch pessimistischer als bisher und senkten ihre Prognosen für Umsatz und Ergebnis.

Für 2018/19 erwartet Cropenergies seither Erlöse zwischen 810 bis 860 Millionen Euro. Für das operative Ergebnis gilt ein Ziel von 25 bis 55 Millionen Euro.

lg