Über das Band einer Zuckerabfüllmaschine werden Zuckerpakete transportiert

Aktie bricht nach Zahlen ein Südzucker rutscht in rote Zahlen

Stand: 14.01.2020, 10:39 Uhr

Trotz eines Lichtblicks im dritten Quartal bleibt die Lage bei Südzucker schwierig. Europas größter Zuckerkonzern leidet weiter unter den Zuckerpreisen und musste einen Verlust in Millionen-Höhe hinnehmen.

Wie das SDax-Unternehmen am Dienstag in Mannheim mitteilte, rutschte es in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 35 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch 36 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen hatte. Als Grund nannte Europas größter Zuckerkonzern ein "schwieriges Zuckermarktumfeld".

Niedrige Zuckerpreise sind Problem

Seit Ende 2017 gibt es in der EU keine Obergrenze mehr bei der Zuckerproduktion aus Rüben. Dies führte zu einem massiven Preisverfall je Tonne Zucker. Immerhin schwächte sich der Umsatzrückgang im Zuckergeschäft dank einer Preiserholung der Zuckerpreise etwas ab. Jedoch seien die Produktionskosten durch höhere Rübenpreise gestiegen, teilte der Konzern mit.

Ein Lichtblick hingegen ist der gute Lauf bei der Ethanol-Tochter CropEnergies. Das Unternehmen bestätigte seine angehobene Prognose. Die Aktie der Südzucker-Tochter steigt seit Monaten.

Der konzernweite Umsatz lag in den ersten neun Monaten mit knapp 5,03 Milliarden Euro rund drei Prozent unter dem Vorjahr. Der Umsatz im Segment Zucker ging deutlich zurück, die Geschäftsbereiche Spezialitäten und Cropenergies verbuchten höhere Umsätze.

Anleger machen Kasse

Südzucker-Anleger nutzen die Bekanntgabe der endgültigen Quartalsergebnisse wohl für Gewinnmitnahmen. Die Aktie des Zucker-Herstellers fiel im frühen Handel um gut neun Prozent auf 14,61 Euro, konnte sich mittlerweile aber deutlich erholen. In den vergangenen sechs Wochen hatte sie um beinahe 30 Prozent zugelegt.

Vor wenigen Tagen erst hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs die Einstufung auf "Neutral" mit einem Kursziel von 14,50 Euro belassen. Analyst John Ennis sieht 2020 nur wenig Potenzial im europäischen Konsumgütersektor und damit auch für die Südzucker AG.

ms/dpa-AFX/rtr