Ein Berg mit Zuckerrüben, im Hintergrund steigt Dampf aus dem Schornstein der Zuckerfabrik von Südzucker

Niedrige Preise Südzucker zweistellig im Minus

Stand: 10.10.2019, 09:46 Uhr

Europas größtem Zuckerhersteller macht der Verfall der Zuckerpreise weiter zu schaffen. Im ersten Halbjahr 2019/20 verdienten die Mannheimer deutlich weniger. Zu den niedrigen Zuckerpreisen kam noch eine schwache Rübenernte.

Wie der SDax-Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte, sank der Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende August um fünf Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach um fast 47 Prozent auf 74 Millionen Euro ein. Der Rückgang sei im Wesentlichen auf die Verluste im Segment Zucker zurückzuführen, hieß es. Der Konzern leidet schon länger unter niedrigen Zuckerpreisen. Dazu kommt eine geringere Absatzmenge infolge der mauen Rübenernte im Zuge der Trockenheit im vergangenen Jahr. Trotz der sinkenden Umsatz- und Gewinnzahlen hält Südzucker an seiner Jahresprognose fest.

Niedrige Zuckerpreise sind das Problem

Seit Ende 2017 gibt es in der EU keine Obergrenze mehr bei der Zuckerproduktion aus Rüben. Aufgrund dessen ist der Preis pro Tonne seitdem drastisch gefallen, von gut 500 auf 300 Euro. Zudem haben die zwei wichtigen Zuckerlieferanten Indien und Thailand ihre Produktion stark ausgebaut.

Aktie tut sich schwer

Die Anleger zeigten sich enttäuscht. Im frühen Handel rutschte der SDax-Titel um mehr als sieben Prozent ab. Ernüchterung kam laut Händlern wegen eigentlich guter Vorgaben der Tochter Cropenergies auf. Nachdem der Bioethanol-Produzent gestern einen Gewinnsprung dank gestiegener Ethanolpreisen gemeldet hatte, hatten Investoren auch auf ein besseres Gesamtergebnis für den Zuckerkonzern gesetzt.

Auch wenn sich die Südzucker-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten wieder etwas aus dem Tal herausarbeiten konnte, liegt sie im Zwei-Jahres-Chart deutlich im Minus.

Der Großteil der Analysten belässt die Einstufung für Südzucker auf "Hold", das durchschnittliche Kursziel liegt bei 14,53 Euro. Das Bankhaus Metzler senkte im August das Kursziel von 16,80 auf 16,90 Euro. Metzler geht davon aus, dass sich die Zuckerpreise erholen würden, wenn der Konzern die neuen Verträge aushandelt - etwa im vierten Quartal 2019. Investoren brauchen also Geduld, bis die Trendwende in der Zuckersparte positive Auswirkungen hat.

Südzucker zieht Konsequenzen

Schon zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass der Konzern aus Mannheim insgesamt fünf seiner Werke schließen will, zwei davon in Deutschland. Damit ist auch ein Stellenabbau von 700 Arbeitsplätzen verbunden.

ms