Zuckerrüben
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Tag eins nach der Zuckerverordnung Südzucker in der neuen Ära

Stand: 02.10.2017, 10:12 Uhr

Der MDax-Konzern stellt sich ab diesem Montag dem internationalen Wettbewerb. Der Wegfall der EU-Zuckerverordnung birgt für Südzucker Risiken, aber auch Chancen. Am Markt zeigen sich die Investoren erst einmal zuversichtlich.

Nach einem starken Start ist die Südzucker-Aktie am Morgen leicht ins Minus gedriftet. Auch im bisherigen Jahresverlauf hinkt das Papier dem Vergleichsindex deutlich hinterher: In den vergangenen zwölf Monaten hat der MDax mehr als 21 Prozent hinzugewonnen - die Aktie des Zuckerkonzerns hat im gleichen Zeitraum rund 25 Prozent eingebüßt.

Gute Zahlen, große Pläne

Der Kursrückgang könnte nun aber den "Zuckerschock" wohl vorweggenommen haben, der durch die Ankündigung der EU, die Regularien zu verändern, befürchtet wurde. Südzucker hatte zuletzt sein Möglichstes getan, um die Anleger bei der (Zucker)-Stange zu halten. Blendende Quartalsergebnisse für den Zeitraum bis Ende Mai hatte man im Juli vorgelegt. Dazu hat das Unternehmen vor wenigen Wochen angekündigt, sich auf die Welt nach der Regulierung bestens vorbereitet zu haben.

So will Südzucker laut einem Interview von Vorstandschef Wolgang Heer mit "Börse Online" über neue Niederlassungen in Spanien, Großbritannien und auch Israel nicht nur den europäischen, sondern auch den internationalen Markt mit seinen Zuckerprodukten angehen. Mit dem Wegfall der Verordnung geht nämlich nicht nur eine Abschaffung von Quoten und Preisen in der EU einher, sondern auch die Abschaffung von Exportbeschränkungen für Konzerne wie Südzucker.

Einsparungen und Zukäufe

Südzucker hat in den vergangenen Monaten die Anbauflächen um 15 Prozent vergrößert und will die Exporte auf den Weltmarkt im Geschäftsjahr 2017/18 Vergleich zum Vorjahr laut Heer "verdoppeln oder verdreifachen". Dazu hat sich das Unternehmen mit internen Einsparungen und mit Zukäufen fit für den Weltmarkt gemacht.

Ob das reicht, um den vielfach erwarteten Preisverfall für Zucker in den kommenden Monaten abzufedern, bleibt abzuwarten. Ein mögliches Überangebot durch den Wegfall von Exportbeschränkungen könnte den Zuckerpreis ins Trudeln bringen - gut zwar für Verbraucher, aber gefährlich für die Landwirte, die Zuckerrüben anbauen, und für die Hersteller wie Südzucker.

Analysten sind gar nicht so bange, dass Südzucker sich im neuen Markt behaupten kann. Karsten Rahlf, Aktienanalyst der NordLB etwa, stuft die Südzucker-Aktie mit dem Rating "kaufen" ein. Das Kursziel lautet 28,00 Euro.

AB