Über das Band einer Zuckerabfüllmaschine werden Zuckerpakete transportiert

In die roten Zahlen gerutscht Südzucker: Das war ja abzusehen

Stand: 10.01.2019, 18:50 Uhr

Erst die Prognose gesenkt, dann unter dem trockenen Sommer gelitten und jetzt in die roten Zahlen gerutscht: Die Probleme von Südzucker reißen nicht ab.

Nach dem heftigen Gewinneinbruch um gut 80 Prozent in den Sommermonaten, hat der Preisverfall bei Zucker und Bioethanol den Produzenten Südzucker im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende November ein Verlust von 31 Millionen Euro nach einem Gewinn von 32 Millionen ein Jahr zuvor, wie das in den SDax abgerutschte Mannheimer Unternehmen am Morgen mitteilte.

Während der Umsatz um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurückging, sackte auch das operative Ergebnis mit 23 Millionen Euro ins Minus. Der Zucker-Export lag infolge der geringen Ernte im extrem trockenen Sommer niedriger als im Vorjahr. Insgesamt legte der Absatz zwar zu. Wegen der gesunkenen Preise gingen die Erlöse dennoch zurück.

Gesenkte Prognose bestätigt

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,24
Differenz relativ
+0,84%

Auch für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende Februar erwartet die Südzucker-Führung im Bereich Zucker einen "deutlichen" Umsatzrückgang. An seiner bereits im September gesenkten Prognose bis Ende Februar hält das Management fest. So soll der Konzernumsatz 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro erreichen. Das operative Ergebnis soll zwischen 25 bis 125 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte es noch 445 Millionen Euro erreicht.

Neben dem Rückgang der Zuckerpreise leidet der Konzern auch unter dem Verfall der Ethanolpreise. Zu allem Unglück musste die Südzucker-Tochter Cropenergies im dritten Quartal auch noch eine höhere Steuerbelastung verkraften. Dadurch sank der Überschuss von knapp 7,4 Millionen Euro auf knapp 5,8 Millionen Euro.

Anleger greifen zu

Die gebeutelten Anleger reagieren am Morgen zunächst gelassen, greifen dann jedoch zu. Die Aktie stieg im Tagesverlauf um fast acht Prozent. Sie ist allerdings nur noch ein Schatten ihrer selbst. Seit dem Hoch 2013 bei 34 Euro ist das Papier zuletzt auf 11,65 Euro gefallen. Analysten wie John Ennis von Goldman Sachs warnen bereits seit langem vor Südzucker.

Er beließ seine Empfehlung auf "Sell" mit einem Kursziel von zunächst 9,00 Euro. Der operative Verlust (Ebit) des Zuckerproduzenten sei höher als vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb Analyst John Ennis in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Diese negative Entwicklung dürfte sich im saisonal schwachen Schlussquartal noch verstärken. Daher will Ennis seine Schätzungen sowie das Kursziel für die Aktie überdenken.

lg