Grafische Darstellung eines LKWs

Schleppender Börsengang STS kommt nur schwer in die Gänge

Stand: 01.06.2018, 12:09 Uhr

Der deutsche IPO-Markt kommt wieder in Fahrt. Am Freitag hat der bayerische Nutzfahrzeug-Zulieferer STS sein Börsendebüt in Frankfurt gefeiert. Die Aktien tun sich schwer. Viele Privatanleger blieben auf der Strecke.

Der erste Kurs von STS lag mit 24 Euro exakt auf dem Niveau des gesenkten Ausgabepreises. Danach ging es bis auf 24,10 Euro hoch, bevor die Aktien auf bis 22,99 Euro abrutschten. Im Laufe des Vormittags erholten sich die Papiere wieder. Aktuell notieren die Titel des Börsenneulings bei 24,50 Euro.

Großaktionär macht Kasse

Durch den Börsengang fließen dem Hersteller von Kunststoffteilen für Lkw 24 Millionen Euro zu, die in die Expansion nach China und Nordamerika investieren werden soll. Der Rest der IPO-Erlöse (31 Millionen Euro) geht an den Großaktionär Mutares. Die Münchner Beteiligungsfirma hält noch 62 Prozent am bayerischen Nutzfahrzeug-Zulieferer.

Die Strecke aufs Börsenparkett erwies sich für das Unternehmen aus Hallbergmoos bei München als holprig: STS musste am Ende den Preis für eine Aktie auf 24 Euro festsetzen - und damit klar unter der ursprünglich angebotenen Spanne von 26 bis 32 Euro. Als Grund hatte STS das "herausfordernde Marktumfeld" verantwortlich gemacht.

Einige Privatanleger gehen leer aus

STS hatte 2,3 Millionen Aktien ausgegeben. Dabei kamen einige Privatanleger nicht zum Zuge. Nicht alle Kaufangebote aus dieser Investorengruppe seien berücksichtigt worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Demnach gingen all diejenigen Anleger leer aus, die weniger als 20 Aktien zeichnen wollten. Auch wer mehr bestellte, erhielt nicht das volle Paket.

Die STS Group ist ein Hersteller von Kunststoff-Spritzguss, Akustik-Spezialprodukten sowie des insbesondere im Leichtbau eingesetzten Werkstoffes SMC. Im vergangenen Jahr hatten aus dem Automobilsektor bereits der Zulieferer und Maschinenbauer Aumann sowie der Lkw-Zulieferer Jost Werke ihr Börsendebüt gegeben.

Übersättigter IPO-Markt?

Nach den Mega-Börsengängen von Siemens Healthineers und DWS hatten zuletzt Experten vor einem übersättigten IPO-Markt in Deutschland gewarnt. Viele Börsenneulinge notieren unter ihrem Ausgabekurs. Vor kurzem sagte Springer Nature sein geplantes IPO ab.

nb

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Sonnen
Weiterhin geplant ist der Börsengang des auf Solarenergie-Speicher spezialisierten Batterieherstellers Sonnen aus Bayern. Sonnen stellt Batterien her, mit denen Haushalte Energie speichern können - für Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint.