Ströer Werbegroßfläche in Frankfurt

Aktie auf Zwei-Jahres-Hoch Ströer: Alles wieder im Lot?

Stand: 10.11.2017, 14:39 Uhr

Nach der Short-Attacke auf den Werbevermarkter Ströer im vergangenen Jahr hat sich die Aktie wieder deutlich erholt. Der Grund: die Geschäfte laufen gut, im dritten Quartal sogar besser als erwartet.

Zwischen Juli und September kletterten die Erlöse auch dank der Zukäufe um 18,5 Prozent auf rund 312 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um knapp 17 Prozent auf 73 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 19 Millionen Euro, nach rund 10 Millionen Euro im Vorjahr.

Dabei war es erneut die solide Entwicklung im Digital-Segment, von der Ströer profitieren konnte. In dieser Sparte, in der das Unternehmen sein Geld mit Display-Werbung oder Werbevideos verdient, stiegen die Umsätze um mehr als ein Drittel. Erstmals flossen hier auch die Einnahmen aus dem sogenannten Dialogmarketing mit ein - ein neues Geschäftsfeld, was sich Ströer durch die Übernahmen des Telefonvertriebs Avedo und des Direktvertriebs Ranger aufgebaut hat.

Jahresziele dürften erreicht werden

Aber auch im klassischen Außenwerbegeschäft setzte der Konzern mehr um. Unter anderem sei es die hohe Nachfrage von Media-Agenturen nach sogenannten "Street-Furniture"-Produkten (wie etwa beleuchtete Poster oder Litfaßsäulen) gewesen, die die Geschäfte befeuert hätten. Das internationale Außenwerbegeschäft sei hingegen weiterhin von der angespannten politischen Lage in der Türkei belastet gewesen. Hier gingen die Erlöse um fast 15 Prozent zurück.

Insgesamt befindet sich Ströer damit auf Kurs, seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen. Entsprechend positiv äußerte sich Analyst Marcus Diebel von der Bank JPMorgan. Das dritte Quartal des Außenwerbeunternehmens sei besser als erwartet ausgefallen. Der Ausblick sei außerdem ermutigend. Im nächsten Geschäftsjahr geht das Management von einem konzernweiten Umsatz von 1,5 Milliarden Euro sowie von einem operativen Ergebnis von 370 Millionen Euro aus.

Sattes Plus seit Jahresbeginn

Auch bei den Anlegern kamen die Zahlen gut an. Am Freitagvormittag kletterten die im MDax notierten Papiere auf 59,95 Euro und erreichten damit den höchsten Stand seit rund zwei Jahren. In den vergangenen Monaten hatten die Aktien den charttechnischen Widerstand bei rund 59 Euro drei Mal getestet, aber nicht nachhaltig überwunden.

Seit Jahresbeginn sind die Ströer-Aktien nun um rund 41 Prozent gestiegen. Der MDax hingegen hat in diesem Zeitraum um "lediglich" gut 19 Prozent zugelegt. Von dem im November 2015 erreichten Allzeithoch von 63,40 Euro ist die Aktie damit nur noch ein kleines Stück entfernt. In der zweiten Jahreshälfte 2016 war die Ströer-Aktie wegen einer Leeverkäufer-Attacke unter Druck geraten und auf knapp 36 Euro abgeschmolzen.

lg