Stratec-Firmengebäude in Birkenfeld

Jahresziele kassiert Stratec bricht ein - schon wieder

Stand: 05.10.2018, 09:11 Uhr

Für Stratec-Aktionäre kommt es knüppeldick. Erst enttäuschten die schwachen Halbjahreszahlen, jetzt muss der Diagnostikzulieferer erneut seine Jahresziele eindampfen.

Aufgrund von schwächeren Geschäften, einer verschobenen Produkteinführung sowie niedriger als erwartet ausgefallener Bestellungen sei das laufende Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben, warnte das im schwäbischen Birkenfeld ansässige Unternehmen in einer Mitteilung.

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der Hersteller von Laborgeräten nun einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte das Unternehmen noch ein Umsatzwachstum von ein bis drei Prozent vorhergesagt. Auch der geplante Verkauf des Geschäfts der Nukleinsäureaufbereitung wird den Umsatz um 2,5 Millionen Euro schmälern.

Marge geht zurück

Niedrigere Erlöse dürften allerdings steigenden Kosten gegenüberstehen. Vor allem die Entwicklung neuer Produkte verschlingt viel Geld. Dadurch dürfte die Ebit-Marge auf 11 bis 13 Prozent zurückgehen. Zuvor war eine deutlich bessere Marge von 16 bis 17 Prozent erwartet worden.

Stratec

Stratec. | Bildquelle: Unternehmen

Das Unternehmen hat deshalb eine Reihe von kostensenkenden Maßnahmen eingeleitet, die anlässlich der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am 8. November näher erläutert werden sollen. Zudem verweist Stratec auf die im kommenden Jahr erwartete Aufhellung der Geschäftsentwicklung. Dank neuer Produkte sowie der teilweisen Verschiebung von Umsätzen, rechnet Stratec für 2019 wieder mit einem deutlichen Anstieg der Erlöse. Durch die damit verbundenen positiven Skalierungseffekte sowie erste positive Effekte aus den eingeleiteten Sparmaßnahmen erwartet das Unternehmen dann auch eine steigende Ebit-Marge.

Analysten sind skeptisch

Die Anleger reagieren dennoch entsetzt. Die Aktie verliert zeitweise bis zu 30 Prozent. Dabei hatte sie noch im April ein Hoch von 79 Euro erklommen. Seitdem ist sie um 40 Prozent eingebrochen. Angesichts der derzeitigen Durststrecke hat die Investmentbank Oddo BHF die Stratec-Aktie von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 74 auf 65 Euro gesenkt. Die schwachen Zahlen hätten seine Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst Igor Kim in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Der Ausblick des Laborgeräteherstellers deute auf einen schwächer als zunächst gedachten Verlauf des zweiten Halbjahrs hin.

Auch das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Stratec nach der weiteren Gewinnwarnung von 64 auf 53 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Analyst Michael Ruzic-Gauthier von Berenberg sieht für die operativen Ergebnisschätzungen am Markt nun einen Korrekturbedarf von zehn Prozent für das laufende und sechs bis acht Prozent für das kommende Jahr.

Ein anderer Experte erinnerte daran, dass es sich bereits um die zweite Prognosesenkung im laufenden Jahr handelt. Stratec sei abhängig von wenigen Produkten, die schon lange auf dem Markt seien, erklärte er. Man verliere hier an Boden. Die Probleme seien also hausgemacht und unabhängig von der Nachfrage in der Branche.

lg