Fahnen des Autozulieferers Continental in Hannover

Aktie legt deutlich zu Stimmungsaufheller Continental

Stand: 27.04.2020, 18:33 Uhr

Erst zum Monatsanfang hatte der Dax-Konzern vor den negativen Folgen der Coronakrise gewarnt. Aber in Viruszeiten ändern sich die Dinge eben schneller als sonst. Denn ganz so schlimm wie befürchtet ist es nun offenbar doch nicht gelaufen bei Continental.

Continental : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
101,15
Differenz relativ
+0,65%

Was die Börse natürlich sofort freudig aufnahm, die Continental-Aktie legte zum Wochenauftakt 6,02 Prozent zu auf 73,94 Euro. Wasser auf die Mühlen der zuletzt so arg gebeutelten Conti-Aktionäre. Der Grund: Kurz vor Xetra-Börsenschluss präsentierten die Hannoveraner ihre "aktualisierten vorläufigen Kennzahlen" für das erste Quartal. Offiziell soll der Quartalsausweis am 7. Mai präsentiert werden.

Besser als befürchtet, aber weiter kein Ausblick für 2020

Der Umsatz ging auf 9,84 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Montag überraschend mitteilte. Anfang April hatte Conti bekanntgegeben, die Erlöse dürften von Januar bis Ende März nur zwischen 9,4 und 9,8 Milliarden Euro betragen haben. Dies sei etwas besser als vor wenigen Wochen aufgrund vorläufiger Zahlen geschätzt und liege auch über den durchschnittlichen Schätzungen von Analysten.

Dennoch spürte Conti die Corona-Krise enorm: Bereinigt um Verkäufe und Wechselkurseffekte ging der Umsatz nach vorläufigen Zahlen zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 10,9 Prozent zurück. Auch beim operativen Ergebnis war das erste Quartal bei genauerem Hinsehen nicht so düster wie noch zuvor gedacht.

Statt nur zwischen zwei und drei Prozent Marge beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte Conti 4,4 Prozent. Ende März verfügte Conti zudem über flüssige Mittel in Höhe von 2,53 Milliarden Euro. Für den 29. Februar hatten die Hannoveraner zuvor einen Wert von rund 2,3 Milliarden Euro angegeben. Die ungenutzten Kreditlinien beliefen sich demnach zum Ende des Quartals auf 4,3 Milliarden Euro.

Wegen der Unsicherheiten in der Corona-Krise verzichtet das Management um Konzernchef Elmar Degenhart weiter auf einen Ausblick für das laufende Jahr. Der Konzern sehe sich unverändert erheblichen Anpassungen und Unterbrechungen in wesentlichen Teilen seines Geschäfts ausgesetzt. "Es bleibt daher schwierig, das Ausmaß der nachteiligen Auswirkungen auf Produktion, Lieferkette und Nachfrage abzuschätzen."

rm/dpa/rtr