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Stimmen zur gescheiterten Bankenfusion Von Scholz bis Wuermeling

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister

Olaf Scholz, Finanzminister
Olaf Scholz (SPD) hat Verständnis für das Platzen der Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank gezeigt. "Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern", erklärte er am Donnerstag in Berlin. Gleichwohl brauche die global agierende deutsche Industrie "konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", fuhr er fort.

Stimmen zur gescheiterten Bankenfusion Von Scholz bis Wuermeling

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister

Olaf Scholz, Finanzminister
Olaf Scholz (SPD) hat Verständnis für das Platzen der Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank gezeigt. "Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern", erklärte er am Donnerstag in Berlin. Gleichwohl brauche die global agierende deutsche Industrie "konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", fuhr er fort.

Professor Joachim Wuermeling, Deutsche Bundesbank

Joachim Wuermeling, Bundesbank
"Wir gehen davon aus, dass beide Banken ihre bereits eingeschlagenen Restrukturierungsanstrengungen, die erste positive Ergebnisse zeigen, konsequent weiterverfolgen", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling. Die Bundesbank habe "immer betont, dass es Fusionspartnern obliegt einzuschätzen, ob ein Zusammenschluss betriebswirtschaftlich sinnvoll ist".

Sergio Ermotti

Sergio Ermotti, UBS-Chef
"Die gescheiterte Fusion in Deutschland ändert nichts daran, dass man früher oder später eine Art von Konsolidierung in der Industrie sehen wird. Die jetzt gescheiterten Verhandlungen könnten maximal eine Verzögerung bei diesem Prozess darstellen."

Hans-Walter Peters

Hans-Walter Peters, BdB-Präsident
Der Privatbankenverband BdB zeigte sich erleichtert. "Eine Fusion wäre in der momentanen Situation ökonomisch nicht sinnvoll", sagte BdB-Präsident Hans-Walter Peters. Die Entscheidung der beiden Institute sei gut und nachvollziehbar begründet. "Dieser Schritt ist zu respektieren. Die deutsche Wirtschaft ist stark genug, um mehreren Großbanken Platz zu bieten." Direkte Auswirkungen auf Kunden und Unternehmen habe die Entscheidung nicht.

Dr. Franziska Bremus, DIW

Franziska Bremus, DIW
"Nicht nur aus Sicht der Beschäftigten und Investoren gibt es gute Gründe gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank. Auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive birgt die Schaffung eines 'nationalen Bankenchampions' Risiken. Denn wenn zwei heimische Banken zu einer komplexen nationalen Großbank fusionieren, wird die Verbindung zwischen Banken und Staat enger." Bankenfusionen über Ländergrenzen hinweg könnten indes die Bankenlandschaft stabilisieren, weil Gewinne und Verluste breiter gestreut würden und die gegenseitige Abhängigkeit von Banken und ihren Heimatstaaten sinke.

Ingo Speich, Fondsgesellschaft Deka

Ingo Speich, Deka
"Eine Fusion wäre ein enorm komplexes und langwieriges Unterfangen gewesen. Letztlich hat die Vernunft gesiegt. Ausruhen könnten sich die Deutsche Bank und die Commerzbank nun aber nicht. Eine Weiterentwicklung der Strategie ist dringend notwendig, die Absage an eine nationale Fusion hat die Tür für eine Konsolidierung auf europäischer Ebene geöffnet."

Alexandra Annecke, Union Invest

Alexandra Annecke, Union Investment
"Die Probleme einer Fusion wurden zuletzt immer offensichtlicher, insofern ist das Scheitern nicht überraschend", sagte Fondsmanagerin Alexandra Annecke. "Die Deutsche Bank braucht jetzt einen Plan, wie sie die Profitabilität nachhaltig steigern kann, insbesondere mit Blick auf die Investmentbank. Die Eckzahlen zum ersten Quartal liegen über den Erwartungen, zeigen aber auch: Das Ziel von vier Prozent Rendite auf das materielle Eigenkapital für 2019 rückt immer mehr in weite Ferne."

Frank Bsirske

Frank Bsirske, Verdi
Auch Gewerkschaftsvertreter zeigten sich naturgemäß erleichtert. Die Nachteile eines Zusammenschlusses hätten deutlich überwogen, sagte Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. "Ein solcher Schritt hätte Zehntausende von Arbeitsplätzen gefährdet." Eine Fusion hätte keinen ausreichenden Mehrwert mit sich gebracht.