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Experten zum Wechsel an der Daimler-Spitze Stimmen

Jürgen Pieper, Bankhaus Metzler:
"Dieser doch schnelle Abgang (von Zetsche) könnte signalisieren, dass die nächsten Quartale eher ungemütlich werden. Die sehr vielen Themen in der Industrie könnten den Willen gefördert haben, lieber morgen als übermorgen zu gehen. Källenius ist schon länger der Favorit, er könnte einen Aufbruch auch sehr gut verkörpern. Er ist jung, intelligent, hat ein gutes Auftreten und ist schlicht auch ein anderer Typ als viele Topmanager in der Autoindustrie, offener, international. Es wird spannend sein zu sehen, wie er als Nicht-Deutscher, Nicht-Ingenieur mit der konservativen Daimler-Welt in einer so exponierten Position zurechtkommt, und die anderen mit ihm. Aber die Chance ist gut, mit ihm die ganzen schmutzigen Dieselthemen hinter sich zu lassen."

Experten zum Wechsel an der Daimler-Spitze Stimmen

Jürgen Pieper, Bankhaus Metzler:
"Dieser doch schnelle Abgang (von Zetsche) könnte signalisieren, dass die nächsten Quartale eher ungemütlich werden. Die sehr vielen Themen in der Industrie könnten den Willen gefördert haben, lieber morgen als übermorgen zu gehen. Källenius ist schon länger der Favorit, er könnte einen Aufbruch auch sehr gut verkörpern. Er ist jung, intelligent, hat ein gutes Auftreten und ist schlicht auch ein anderer Typ als viele Topmanager in der Autoindustrie, offener, international. Es wird spannend sein zu sehen, wie er als Nicht-Deutscher, Nicht-Ingenieur mit der konservativen Daimler-Welt in einer so exponierten Position zurechtkommt, und die anderen mit ihm. Aber die Chance ist gut, mit ihm die ganzen schmutzigen Dieselthemen hinter sich zu lassen."

Schriftzug Bankhaus Lampe

Christian Ludwig, Bankhaus Lampe:
"Das ist eine zeitlich gut gewählte Entscheidung. Man weiß jetzt, auf was man sich einzustellen hat. Zetsches Vertrag läuft Ende nächsten Jahres aus, jetzt geht er ein halbes Jahr früher. Er wird die Reorganisation im Aufsichtsrat, die sicherlich auch auf der nächsten HV entschieden wird, aktiv begleiten können. Es ist Klarheit geschaffen worden, wer sein Nachfolger wird, bevor die Spekulationen zu sehr ins Kraut schießen. Von daher halte ich das für eine extrem elegante Kommunikation. Das hat auch alles Hand und Fuß. Ich glaube nicht, dass Källenius nur eine Marionette von Herrn Zetsche sein wird. Dafür hat er sich schon selber sehr gut positioniert. Källenius ist der Mann für die nächsten zehn Jahre. Zetsche ist zwei Jahre nur Mitglied im Aufsichtsrat, also noch nicht Aufsichtsratsvorsitzender. Das sehe ich relativ gelassen."

Frank Schwope, Analyst der NordLB

Frank Schwope, NordLB:
"Positive Kursreaktionen sind zu erwarten, wenn Källenius nächstes Jahr Aufräumarbeiten angeht, die bei einem CEO in seinen letzten Monaten nicht mehr konsequent verfolgt werden. Grundsätzlich täte Daimler aber auch eine Blutauffrischung von außen gut, um unabhängigere Blickwinkel ins Unternehmen zu bekommen."

Arndt Ellinghorst

Arndt Ellinghorst, Evercore ISI:
"Daimler wollte für Klarheit sorgen, weil es Druck auf den Vorstand gibt. Durch die Ankündigung soll etwas Ruhe in die Sache gebracht werden. Es ist die Bestätigung des bestehenden Zetsche-Systems, bei dem der Konzernchef gleichzeitig Markenvorstand ist. Es wurde lange diskutiert, ob man zu einem Holdingmodell wechselt, bei dem der Konzernvorstandsvorsitzende über dem Mercedes-Vorstand sitzt. Das wollte Zetsche nie. Er hat sich durchgesetzt."

Ingo Speich, Union Investment

Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment:
"Es ist gut, dass Daimler in Zeiten der Krise frühzeitig Klarheit über die Nachfolge schafft. Für den Aufsichtsrat gilt: Nie war ein Cooling off so wichtig wie heute."
rtr

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