Steinhoff Möbel Lager
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Jetzt auch noch Insidervorwürfe Steinhoff und kein Ende

Stand: 31.01.2018, 14:45 Uhr

Die schlechten Nachrichten für Steinhoff scheinen kein Ende zu nehmen. Der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern kämpft um seine Existenz, da tauchen auch noch Vorwürfe der Börsenaufsicht wegen Insiderhandel auf. Überhaupt, es wird kräftig nachgetreten.

Wie viele schlechte Nachrichten kann ein Unternehmen verkraften? Diese Frage ist im Fall Steinhoff besonders aktuell. Denn zusätzlich zu den Schwierigkeiten, den in einen Bilanzskandal verstrickten Möbelhändler vor dem Untergang zu bewahren, sind jetzt auch noch Insidervorwürfe aufgetaucht.

Die südafrikanische Finanzaufsicht FSB teilte am Mittwochmorgen mit, sie ermittle in zwei Fällen, bei denen der Verdacht auf Insiderhandel besteht. Wie die Behörde weiter erklärte, geht es auch um einen weiteren Fall irreführender oder falscher Aussagen zu Steinhoff. Die FSB hat hierzu Informationen von deutschen Behörden und auch der Frankfurter Wertpapierbörse angefordert.

Damit nicht genug: Die Zentralbank des Landes untersucht derzeit, ob das Unternehmen auch noch gegen Devisenvorschriften des Landes verstoßen hat.

Ex-Chef angezeigt

Ex-Steinhoff-CEO Markus Jooste

Ex-Steinhoff-CEO Markus Jooste. | Bildquelle: Steinhoff International

Es liest sich wie eine unendliche Familiensaga. Und die ist noch lange nicht zu Ende. Denn die amtierende Aufsichtsratschefin Heather Sonn erklärte in einer Parlamentsanhörung in Kapstadt, dass der Konzern bereits Ende 2017 den zurückgetretenen ehemaligen Firmenchef Markus Jooste angezeigt habe. Und zwar nicht irgendwo, sondern bei der in Südafrika für das organisierte Verbrechen zuständigen Spezialeinheit der Polizei, den "Hawks" (zu deutsch: Falken). Wegen der laufenden Ermittlungen könne sie keine weiteren Aussagen machen, erklärte Sonn.

Apropos Anhörung: Der frühere Aufsichtsratschef Christo Wiese hat sich nach einem örtlichen Medienbericht vor dem Wirtschaftsausschuss des Parlaments von jeglicher Verantwortung freigesprochen. Die Bekanntgabe der Unregelmäßigkeiten habe ihn "aus heiterem Himmel getroffen", erklärte Wiese. "Ich war mit dem Management und dem, was ich sah, zufrieden", sagte er demnach weiter.

Aktienkurs nur noch ein Schatten einstiger Tage

An der Börse sind die Aktionäre aber alles andere als zufrieden, denn ihre Steinhoff-Papiere sind dramatisch im Wert gesunken. Aktuell werden gerade mal 0,45 Euro für eine Aktie bezahlt, am frühen Nachmittag ist das Papier schwächster Wert im Nebenwertindex MDax. In Deutschland sind besonders die zum Konzern gehörenden Poco-Möbelmärkte bekannt, das Unternehmen ist aber auch in anderen europäischen Ländern und natürlich in Südafrika vertretren.

Das neue Management kämpft um die Zukunft des Unternehmens und ist dabei, neue Geldgeber für den Konzern zu finden, der nach Ikea weltweiten Nummer zwei der Branche. Eigentlich hätte heute auch der Jahresbericht fertig sein sollen, dessen Vorlage sich aber weiter verzögert. Man arbeite weiter mit den Rechnungsprüfern von Deloitte zusammen und mache Fortschritte, hieß es. Auch die Jahresabschlüsse für 2015 und 2016 stehen auf dem Prüfstand. Für die Aktionäre und die Inhaber zweier ausstehender Wandelanleihen ein Zitterpartie. Gelingt es nicht, neue Mittel, sprich Kreditgeber zu gewinnen, droht der Zusammenbruch.

rm