Poco-Markt in Pforzheim

Börsengang der Afrika-Tochter Steinhoff sammelt Milliarde ein

Stand: 17.09.2017, 16:48 Uhr

Am Mittwoch bringt der Möbel- und Einzelhandelskonzern Steinhoff seine Afrika-Tochter an die Börse in Johannesburg. Das IPO spült dem MDax-Unternehmen rund eine Milliarde Euro in die Kasse.

Im Rahmen einer Platzierung bei ausgewählten Investoren wurden 750 Millionen Aktien zum Preis von 20,50 südafrikanische Rand abgegeben. Das teilte die Tochter des Möbelkonzerns, die Steinhoff Africa Retail Ltd (STAR), mit. Daraus ergibt sich ein Erlös von 15,4 Milliarden Rand – umgerechnet 0,98 Milliarden Euro.

Steinhoff behält die Kontrolle über das Afrikageschäft, denn mit der Privatplatzierung an ausgewählte Investoren werden lediglich knapp 22 Prozent der Tochter an die Börse gebracht. Das Unternehmen wird bei dem Börsengang mit umgerechnet 4,5 Milliarden Euro bewertet.

Zu STAR gehören Möbel-, Kleidungs-, Schuh-, Haushaltswaren-Händler und Baumärkte in Südafrika und angrenzenden Ländern ebenso wie eine Autoreparatur-Kette. In Deutschland konzentriert sich Steinhoff auf das Möbelgeschäft – mit seinen Poco-Möbelhäusern.

Die Aktien von Steinhoff könnten einen Schub nach oben gut gebrauchen. Seit Jahresbeginn haben die MDax-Titel fast 20 Prozent verloren. Zuletzt geriet der deutsch-südafrikanische Einzelhandelsriese wegen des Verdachts der Bilanzfälschung ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier aktuelle und ehemalige Verantwortliche des Konzerns. Es bestehe der Verdacht überhöhter Umsatzerlöse in den Bilanzen von Gesellschaften des Konzerns. Steinhoff wies den Vorwurf zurück.

nb