Pocol-Laden in Bochum
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Neues Gerichtsurteil Steinhoff: Nackenschlag aus Amsterdam

Stand: 20.02.2018, 09:47 Uhr

Während die französische Steinhoff-Tochter Conforama frisches Geld in dreistelliger Millionenhöhe einsammeln konnte, droht dem angeschlagenen Möbelhändler aus dem MDax neues Unheil aus Amsterdam.

Ein Berufungsgericht in Amsterdam entschied am späten Montagabend, dass der deutsch-südafrikanische Steinhoff-Konzern seine Bilanzen für 2016 korrigieren muss. Bei dem Streit mit dem früheren Partner OM & MW geht es unter anderem um die korrekte Erfassung der gemeinsam zu je 50 Prozent gehaltenen Möbelhauskette Poco. OM & MW zufolge hatte Steinhoff die Firma zu 100 Prozent in seiner Bilanz berücksichtigt. Dies wurde nun vom Gericht gerügt.

Derweil hat sich die französische Tochter Conforama, eine Art Möbel- und Baumarktkette, eine Kreditlinie in Höhe von 115 Millionen Euro gesichert. Mit den Mitteln sei die langfristige finanzielle Unabhängigkeit und Stabilität von Conforama gesichert, erklärte der Geldgeber Tikehau Capital, ein französischer Investmentfonds.

Unglaublicher Schuldenberg

Steinhoff: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Differenz relativ
-3,08%

Zuvor hatte sich der von Bilanzunregelmäßigkeiten und einem Absturz seines Aktienkurses gebeutelte Steinhoff-Konzern bei südafrikanischen Banken die erste Rate einer Liquiditätsspritze über insgesamt 200 Millionen Euro besorgt. Insgesamt müssen in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro der 10,7 Milliarden Euro Verbindlichkeiten refinanziert werden.

Insgesamt hat der Mutterkonzern Steinhoff einen Schuldenberg von unglaublichen 16 Milliarden Euro angehäuft und befindet sich in einem Liquidationsengpass. Mehrere Steinhoff-Töchter sind deshalb auf eigene Faust mit eigenen Beratern auf der Suche nach frischem Geld.

Auf der Suche nach Geld

Steinhoff trennt sich auch immer wieder von Beteiligungen. So hat die Gruppe kürzlich den restlichen Anteil an der in Südafrika notierten Investmentholding PSG Group verkauft. Die Aktie von Steinhoff ist längst zu einem Pennystock verkommen und wird je nach Nachrichtenlage hin und her bewegt. Am Morgen verliert das Papier mehr als vier Prozent und ist damit der schwächste Wert im MDax.

lg