Steinhoff Möbel Lager in Westerstede

Bilanzskandal weiter im Fokus Steinhoff mit Milliardenverlust

Stand: 08.05.2019, 10:59 Uhr

Steinhoff kämpft weiter mit den Auswirkungen des milliardenschweren Bilanzbetrugs. Für das Jahr 2017 muss der südafrikanisch-deutsche Handelskonzern einen Milliardenverlust verkraften.

Infolge des Skandals muss der Möbelkonzern für 2017 einen operativen Verlust in Höhe von 3,7 Milliarden Euro hinnehmen. Das teilte Steinhoff bei der verspäteten Vorlage seines Jahresberichts mit. 2016 hatte der Möbelkonzern noch ein operatives Ergebnis von 278 Millionen Euro eingefahren.

Zwar kletterte der Umsatz 2017 von 16,1 Milliarden auf 18,8 Milliarden Euro. Grund dafür waren unter anderem die Übernahmen des größten US-Matratzenhändlers Mattress Firm aus den USA sowie die britische Ladenkette Poundland.

Auch der Ausblick fällt aber düster aus: Für 2018 und 2019 erwartet Steinhoff neben Verkäufen von Vermögenswerten und mehr Wettbewerb ein schwächeres Handelsumfeld und damit einen drastischen Umsatzrückgang. Außerdem werden die Betriebs- und Finanzierungskosten steigen. Steinhoff arbeite nun daran, die Verwaltungskosten zu reduzieren und weniger zu investieren.

Anleger ziehen sich zurück

Der Titel rutscht zur Stunde über zehn Prozent ab. Die Steinhoff-Aktie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, ein so genannter Penny Stock.

Nach dem Börsengang des damals zweitgrößten Möbelkonzerns Europas im Dezember 2015 kletterte der Kurs von knapp unterhalb fünf Euro zunächst noch, in der Spitze bis auf 6,16 Euro. Danach ging's aber bergab, erdrutschartig im Dezember 2017. Derzeit ist das Papier lediglich noch rund 12 Cent wert.

Bilanzfälschung im großen Stil

Steinhoff hatte die Investoren 2017 mit einem milliardenschweren Skandal schockiert. Eine Gruppe Topmanager hatte beim Möbelkonzern über Jahre hinweg systematisch Scheingeschäfte generiert, um im großen Stil die Bilanz zu fälschen und aufzublähen. Das ging aus einem Bericht der Buchprüfer von PwC hervor.

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Steinhoff

Konzernchef Markus Jooste trat daraufhin zurück. Die Geschäftsberichte für 2015 und 2016 wurden zurückgezogen. Elf Milliarden Euro in den Bilanzen waren offenbar nur erfunden. Damit war der vermutlich größte Bilanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik perfekt.

tb