Möbelausstellung mit Steinhoff-Logo

Aktie macht Freudensprung Steinhoff: Hoffnung auf Rettungsplan

Stand: 12.07.2018, 10:50 Uhr

Der wegen eines Bilanzskandals schwer angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff macht Hoffnung auf eine Einigung mit seinen Gläubigern. Die Anleger reagieren begeistert.

Seit der Veröffentlichung einer ersten Stellungnahme zu den Gesprächen mit den Gläubigern Anfang Juli hat sich die im SDax notierte Steinhoff-Aktie mehr als verdoppelt. Damit wird das Unternehmen jetzt mit 778 Millionen Euro bewertet. Vor zwei Jahren waren es noch 23 Milliarden, also 30 Mal soviel. Für neue Hoffnung auf Rettung sorgt jetzt eine Mitteilung.

Danach will das Unternehmen seinen Rettungsversuch möglichst rasch in trockene Tücher bringen. Es sei ein Verfahren gestartet worden, um die Zustimmung der Gläubiger zu einem Restrukturierungsplan zu erhalten, so Steinhoff. Diese müsse bis zum 20. Juli vorliegen.

Mit einigen Gläubigern bereits geeinigt

Steinhoff: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zuletzt hatten Ende Juni bereits wichtige Gläubiger zugestimmt, den Restrukturierungsprozess bis zu diesem Datum unterstützend zu begleiten, und damit eine Verlängerung des Verfahrens ermöglicht. Mit einigen Gläubigern hat sich das Unternehmen früheren Angaben zufolge bereits auf wichtige Punkte des Sanierungsplans geeinigt.

So muss Steinhoff rund elf Milliarden Euro abschreiben - beinahe doppelt so viel wie gedacht. Damit ist aber einiges an Unsicherheit raus aus der Aktie, und spekulative Anleger greifen beherzt zu. Sie setzen auf eine Rettung der Gesellschaft.

Über 600 Millionen Euro Verlust

Allerdings hat der Möbelriese im ersten Geschäftshalbjahr seine Verluste ausgeweitet. Unter dem Strich lag der auf die Aktionäre entfallende Fehlbetrag von Oktober bis Ende März bei 621 Millionen Euro, wie das Unternehmen im südafrikanischen Stellenbosch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Steinhoff demnach 380 Millionen Euro Verlust gemacht. Das Unternehmen hat die Zahlen aus dem Vorjahr wegen der Bilanzunregelmäßigkeiten angepasst - damals hatte Steinhoff für den Zeitraum noch einen hohen Gewinn ausgewiesen.

Steinhoff: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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Der Umsatz ging bei dem Möbelhändler um sechs Prozent auf 9,3 Milliarden Euro zurück. Die Geschäfte seien im erheblichen Umfang von den Ereignissen in der Firmenholding beeinträchtigt gewesen, hieß es. Auch das generelle Handelsumfeld sei derzeit schwierig. Zudem bleibe die Liquiditätslage des Konzerns eine Herausforderung.

lg