Möbelausstellung mit Steinhoff-Logo

Aktie unter 15 Cents Steinhoff bleibt ein Euro-Grab

Stand: 21.09.2018, 15:36 Uhr

Auch am Freitag steht der ehemalige MDax-Konzern im SDax unter Druck. Und das zu Recht - die Betrügereien im weitverzweigten Möbelkonzern sind erst ansatzweise aufgeklärt, während nach dem jüngsten Gläubigertreffen die Liquiditätssorgen erhalten bleiben.

In der gestrigen Präsentation vor seinen Gläubigern in London musste Steinhoff einräumen, dass die rund 270 Millionen Euro aus dem Verkauf der deutschen Tochter Poco wegen Streitigkeiten mit ehemaligen Miteigentümern bis auf Weiteres eingefroren bleiben.

Zudem bleibt weiter unklar, welche Werte noch in dem Konglomerat schlummern - womit sich nicht seriös beurteilen lässt, welchen Wert die Aktie besitzt, die weit über 90 Prozent ihres einstigen Wertes eingebüßt hat. Entsprechend fiel der SDax-Titel am Freitag um weitere sechs Prozent auf Kurse um 14,5 Cent.

Weitere Abschreibungen drohen

Derweil bekräftigte Steinhoff gegenüber den Gläubigern, dass die Untersuchung der Wirtschaftsprüfer von PwC bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll. Die testierte Bilanz für 2017 soll bis Ende Dezember vorliegen, die für 2018 soll bis Ende Januar 2019 folgen. Der derzeitige Aktienkurs impliziert weitere Abschreibungen auf die zuletzt ausgewiesenen Vermögenswerte. Ende Juni hatte der Konzern bereits satte 10,9 Milliarden Euro nachträglich abgeschrieben.

Die Gläubiger hatten im August einem Zahlungsaufschub für den Schuldenberg von 9,4 Milliarden Euro bis 2021 zugestimmt, um dem Konzern Zeit für die zunächst notwendigen Beteiligungsverkäufe zu geben. Der Verkauf der österreichischen Kika-Leiner im Volumen von 490 Millionen Euro soll Ende Oktober abgeschlossen sein.

la