Juul E-Zigaretten

Milliardenschwerer Einstieg Marlboro dampft mit Juul

Stand: 20.12.2018, 13:17 Uhr

Rauchst Du noch oder dampfst Du schon? Mit seinen Dampfern dominiert das Start-up Juul den weltweiten E-Zigaretten-Markt. Nun gerät der Pionier ins Visier von "Big Tobacco". Der Marlboro-Hersteller Altria steigt bei Juul ein - für viel Geld.

Die seit Ende November existierenden Gerüchte haben sich bestätigt. Der amerikanische Tabak-Riese will 12,8 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro) hinblättern, um 35 Prozent Anteile an der E-Zigarettenfirma Juul zu erhalten. Das kündigte der Marlboro-Konzern am Mittag an.

Die Aktien von Altria ziehen vorbörslich um 1,3 Prozent an. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Titel rund 27 Prozent verloren. Auch andere Tabak-Titel gaben nach.

Höher bewertet als Airbnb

Für Juul ist die Milliarden-Transaktion eine tolle Sache. Mit der Beteiligung von Altria wird Juul nun mit stolzen 38 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist der E-Zigaretten-Pionier mehr wert als andere bekannte Silicon-Valley-Firmen wie Airbnb oder SpaceX. Die Bewertung von Juul hat sich binnen weniger Monate mehr als verdoppelt.

Die junge Firma aus dem Silicon Valley wächst rasant und kontrolliert heute fast die Hälfte des E-Zigarettenmarkts. Auf dem US-Markt hat Juul sogar einen Marktanteil von 75 Prozent und lässt andere Konkurrenzprodukte weit hinter sich.

Tabak-Konzerne tun sich noch schwer mit E-Zigaretten

Die großen Tabak-Konzerne mischen inzwischen auch im E-Zigaretten-Geschäft mit. BAT dampft mit der Marke Vype, Reemtsma macht Dampf mit MyBlu. Über die E-Zigaretten, die an USB-Sticks erinnern, wird aromatisierter nikotinhaltiger Dampf eingeatmet. Juul vermarktet seine Produkte als gesündere Alternative zu normalen Zigaretten. Die Geräte sind aber umstritten und stehen im Visier der Aufseher.

Mitte November hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA das Aus für den Verkauf von bestimmten Flüssigkeiten für E-Zigaretten angekündigt. Diejenigen mit Frucht- oder Süßigkeiten-Aromen dürfen künftig nicht mehr in Supermärkten und Tankstellen verkauft werden. Außerdem würden die Alterskontrollen beim Online-Kauf verschärft. Damit will die Behörde den Boom von E-Zigaretten bei Teenagern eindämmen.

nb

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