Tesla Model X mit Apple-Logo

Neue Spekulationen Steigt Apple bei Tesla ein?

Stand: 24.08.2018, 08:49 Uhr

Trotz einiger Rückzieher in den vergangenen Wochen hat der E-Autobauer Tesla das Vertrauen der Anleger noch nicht verloren. Doch das Unternehmen wird bald wieder frisches Kapital brauchen. Könnte dies von Apple kommen?

Geht es nach dem Vermögensverwalter Ross Gerber, Mitgründer und Chef von Gerber Kawasaki, sollte der iPhone-Hersteller die Gunst der Stunde ergreifen und bei Tesla einsteigen. Beide Seiten würden von einem solchen Investment profitieren. Tim Cook, der Apple-Chef, würde sich damit selbst beschenken, so Gerber.

Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zwar hat sich Apple bis heute nicht zu den Spekulationen geäußert, doch scheinen die Anleger ein derartiges Szenario für wahrscheinlich zu halten, hat sich doch der Tesla-Kurs zuletzt wieder erholt und notiert wieder deutlich über der Schwelle von 300 Dollar.

Apple forscht selbst an E-Autos

Tatsächlich wird auch Apple seit Jahren nachgesagt, an der Entwicklung eines elektrischen Fahrzeugs zu forschen, um Firmen wie Tesla oder den etablierten Autofirmen mit einem innovativen Produkt Konkurrenz machen zu können.

Gerade erst wechselte der langjährige Apple-Manager Doug Field von Tesla zu seinem früheren Arbeitgeber zurück. Der 53-Jährige hatte fünf Jahre unter Musk gearbeitet, musste jedoch im April zurücktreten, weil der Tesla-Chef den Aufbau und die Steuerung der Produktion des Mittelklasseautos Model 3 selbst in die Hand nahm.

Genug Kleingeld vorhanden

Am nötigen Kleingeld für einen Einstieg bei Tesla mangelt es Apple nicht. Die Cashbestände einschließlich kurzfristiger Wertpapiere belaufen sich nach eigenen Angaben auf 244 Milliarden Dollar. Damit könnte sich Apple sogar eine Komplettübernahme von Tesla leisten. Die Firma ist derzeit 54 Milliarden Dollar wert.

Vermögensverwalter Gerber empfiehlt Apple, zwischen fünf und zehn Prozent der Anteile von Tesla zu erwerben. Die derzeitige Krise des Unternehmens mit seinen Produktionsproblemen habe den für seinen harten und ruppigen Führungsstil bekannten Musk gezähmt. Seine Abneigung gegen Apple dürfte sich gelegt haben, so Gerber.

Musk will nicht verkaufen

Gerber steht mit seiner Meinung nicht allein. Gene Munster von der Investmentfirma Loup Ventures hält Tesla ebenfalls für ein perfektes Übernahmeziel für Apple. Schließlich sei der Konzern auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, die bei Anlegern für neue Fantasie sorgen. Auch neige sich der Boom des iPhones dem Ende zu.

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Es mache allen Sinn der Welt für Apple, Tesla schon heute zu übernehmen, so Munster. Doch das Problem sei, dass Musk nicht verkaufen wolle. Der Unternehmer werde keinesfalls Macht im Unternehmen abgeben, solange er nicht dazu gezwungen ist. "Erst wenn Musk scheitert und pleitegeht, besteht eine 80-prozentige Chance, dass Apple Tesla kauft", prognostiziert Munster. Die Entscheidung werde in den kommenden anderthalb Jahren fallen.

Neue Kapitalspritze benötigt

Analysten gehen davon aus, dass Tesla schon bald eine neue Kapitalspritze benötigt. Sie verweisen darauf, dass die Nettoverschuldung in den vergangenen Jahren exponentiell gestiegen sei, von 582 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2014 auf 6,9 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr. In den ersten sechs Monaten 2018 stieg sie weiter um fast zwei Milliarden auf 8,8 Milliarden Dollar.

Neuland wäre Tesla für Apple ebenfalls nicht. Seit Langem engagiert sich Apple im Markt mit neuen Mobilitätsdiensten. Vor zwei Jahren investierte Cook eine Milliarde Dollar in den chinesischen Uber-Rivalen Didi Chuxing. Wie ernst Apple das Thema Auto nimmt, ist unklar. Das Unternehmen hat sich nie dazu geäußert.

lg