Continental - selbstfahrendes Auto
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Aktie auf Rekordhoch Steht Conti vor der Aufspaltung?

Stand: 09.01.2018, 19:19 Uhr

Die Umwälzung der Autobranche sorgt bei Continental für neue Fantasie. Ein Medienbericht über eine mögliche Aufspaltung begeisterte die Anleger und katapultierte die Aktie des Autozulieferers an die Dax-Spitze.

Conti-Titel legten zeitweise um mehr als sieben Prozent auf einen Höchststand von 257,40 Euro zu. Zum Xetra-Schluss lagen sie noch über fünf Prozent im Plus. Damit waren sie im Dax der mit Abstand stärkste Wert. In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Unternehmenswert damit um rund 35 Prozent gesteigert. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass Continental den umfassendsten Konzernumbau der Firmengeschichte erwägt. Diskutiert werde auch eine Aufspaltung, hieß es unter Berufung auf Insider.

Separates Listing von Geschäftsbereichen?

Den zitierten Insidern zufolge könnte ein mögliches Szenario der Aufbau einer Dachgesellschaft und ein separates Aktienlisting der profitableren Geschäftsbereiche sein. Nicht ausgeschlossen sei auch, dass Continental einige Bereiche mit dem Geschäft von Wettbewerbern zusammenführe. Das Unternehmen habe für die Plan-Spiele bereits Berater hinzugezogen.

Markus Gürne
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Aus eins mach zwei

Am Abend bestätigte der Autozulieferer am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas die Überlegungen. Man befinde sich "in einem frühen Analysestadium" und spiele Szenarien durch, "um unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten", teilte das Unternehmen mit. Ob und welche Änderungen sich aus diesen Analysen und Szenarien ergäben, sei zum derzeitigen Zeitpunkt noch völlig offen. "Von daher liegen auch keine beschlussfähigen Pläne vor." Der Vorstand wolle im nächsten halben Jahr in der Lage sein, weitere Informationen dazu zu geben, kündigte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend an. "Wir schauen uns die Organisation von Continental in der Summe an." Eine Abspaltung der Sparte für Antriebstränge sei nicht das Ziel.

Alte Gerüchte neu angeheizt

Neu ist die Idee allerdings nicht. Schon seit geraumer Zeit wird in Börsenkreisen über eine Aufspaltung des Dax-Konzerns spekuliert. Analysten sehen darin die Möglichkeit zur Wertsteigerung. Angesichts des Wandels der Autobranche hin zu Elektroautos hatte Conti bereits vor einem Jahr eine Neuausrichtung des Geschäftsfelds für Verbrennungsmotoren angekündigt. Schon damals war auch über eine Herauslösung der Sparte aus dem Konzern nachgedacht worden, sagte ein Reuters-Insider.

Nach Xetra-Schluss meldete der Autozulieferer und Reifenhersteller noch starke vorläufige Jahreszahlen. Besonders optimistisch war der Ausblick auf 2018. Conti will kräftig Gummi geben und dank der guten Autokonjunktur den Umsatz um sieben Prozent steigern.

ts/ nb