Allianz

Sachversicherung im Blick Steht Allianz vor größerem Zukauf?

Stand: 24.09.2020, 19:33 Uhr

Die Allianz will offenbar in Frankreich kräftig expandieren. Dabei geht es demnach um eine Übernahme im Milliardenbereich.

Laut einem Bericht von Reuters hat sich der Münchner Versicherungsriese mit dem Abwicklungs-Spezialisten Athora zusammengetan, um gemeinsam die französische Tochter des britischen Konkurrenten Aviva zu übernehmen. Die neue Aviva-Chefin Amanda Blanc will den Versicherer auf Großbritannien, Irland und Kanada fokussieren. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen .

Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, es gehe um ein Volumen von insgesamt zwei bis drei Milliarden Euro. Exklusive Gespräche gebe es aber noch nicht. Laut dem Bericht haben auch Axa, die italienische Generali und die französische La Mondiale haben ein Auge auf Aviva Frankreich geworfen. Organisiert wird der Verkaufsprozess von den Investmentbanken JP Morgan und Rothschild.

Die Allianz und Athora - dahinter steht der US-Finanzinvestor Apollo - wollen sich das Unternehmen wohl aufteilen: Die Allianz ist nur an der Schaden- und Unfall-Sparte interessiert, Athora würde das Neugeschäft mit Leben-Policen einstellen und die Verträge abwickeln.

Expansion in der Sachversicherung

Allianz-Chef Oliver Bäte hat oft klargemacht, dass er nur in der Sachversicherung, nicht aber in der Leben-Sparte zukaufen will.

Die Allianz bekäme damit die Chance, auch in Frankreich unter die ersten Drei auf dem Markt zu kommen. Die führenden Positionen sind derzeit von zwei Gegenseitigkeits-Versicherern und dem Marktführer Axa besetzt.

Allianz, Athora, Axa, Generali und die Banken wollten sich nicht zu den Informationen äußern. Aviva erklärte, man sei "in den Anfängen, was die Entwicklung der Strategie auf dem europäischen Kontinent und in Asien betrifft".

ME/rtr