Starbucks Filiale am Kurfürstendamm in Berlin

Kritik an der Kaffeehaus-Kette Starbucks: Mehrwertsteuersenkung? Nicht für die Kunden!

Stand: 05.07.2020, 09:28 Uhr

Die US-Café-Kette Starbucks wird Einsparungen aus der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung einem Zeitungsbericht zufolge nicht an die Kunden weitergeben. Die Linkspartei ist empört.

Die Linkspartei hat die Kaffeehauskette Starbucks scharf kritisiert, weil sie die Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland mutmaßlich nicht seine Kundinnen und Kunden weitergibt. Dass Starbucks die Senkung zur eigenen Profitmaximierung nutze, sei empörend, erklärte die Vorsitzende der Linksfraktion, Amira Mohamed Ali.

Die Verantwortung dafür träge aber die Bundesregierung. "Anstatt Gelder mit der Gießkanne zu verteilen und so auch die Profite von Steuerprellern wie Amazon und Starbucks zu erhöhen, sollten die, die es brauchen, die kleinen und mittleren Unternehmen, viel stärker unterstützt werden", so die Politikerin. "Starbucks wird am Ende nur eines von vielen Unternehmen sein, das sich jetzt mit Unterstützung der Bundesregierung auf Kosten der Steuerzahler bereichert."

Starbucks denkt langfristig

Der Berliner "Tagesspiegel" hatte zuvor unter Berufung auf eine interne Email an deutsche Starbucks-Partner berichtet, der US-Konzern werde die Einsparungen aus der Steuersenkung nicht an seine Kunden weitergeben. Amrest Coffee Deutschland, der Betreiber nahezu aller deutschen Starbucks-Filialen, habe dies mit den langfristigen Perspektiven der Kette begründet.

Man wolle an dem Tarifvertragsabschluss festhalten und der vereinbarten schrittweisen Lohnsteigerung von durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr nachkommen. Die Mehrwertsteuersenkung gebe dafür einen "flexibleren Handlungsspielraum".

Starbucks-Mitarbeiter

Starbucks: Den MItarbeitern zuliebe. | Bildquelle: Unternehmen

Bei Starbucks Deutschland war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar, wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuersenkung im Rahmen ihres Konjunkturpakets beschlossen, um den Konsum wieder anzukurbeln.

ts/rtr/AFP