Real Madrid-Spieler als Staramba-Figuren

Ernsthafte Probleme beim Jahresabschluss Staramba-Aktie bricht ein

Stand: 28.05.2018, 11:53 Uhr

Die Abschlussprüfer verweigern Staramba die Bestätigung des Jahresabschlusses. Erforderliche Aufklärungen und Nachweise sollen nicht erbracht worden sein. Das Management des Entwicklers von 3D-Avataren widerspricht, aber die Anleger sind alarmiert und reagieren heftig.

Wer Staramba-Aktien im Depot hat, der erlebt gerade ein Wechselbad der Gefühle. In der vergangenen Woche markierten Staramba bei 64,80 Euro ein Allzeithoch. Im Februar dieses Jahres konnte man sich das Papier für weniger als 40 Euro kaufen.

Und erst vor wenigen Tagen hatte die „FAZ“ das Unternehmen sogar in einem Text mit der Überschrift „Aktien für den mutigen Anleger“ vorgestellt. Chancen und Risiken liegen oft eng beieinander: Heute stürzt das Papier um mehr als 30 Prozent ab. Aktuell kostet es gerade noch 42 Euro. Staramba entwickelt unter anderem 3D-Avatare von Stars aus Sport und Entertainment, mit denen in einer virtuellen Welt interagiert  werden kann. 

„Erforderlichen Aufklärungen und Nachweise nicht erbracht“

In einer Mitteilung von Staramba vom Freitagabend erklärt das Management, was nach Ansicht der Prüfer der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaf schief gelaufen sein soll:     

»Nach Aussage des Abschlussprüfers kann nicht beurteilt werden, ob Anpassungen erforderlich waren in Bezug auf die ausgewiesenen Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich der zugehörigen Angaben, da die gesetzlichen Vertreter die für die Prüfung der Umsatzrealisation sowie des Bestands der Forderungen erforderlichen Aufklärungen und Nachweise nicht erbracht haben sollen. Aufgrund der Bedeutung des dargestellten Prüfungshemmnisses wird der Bestätigungsvermerk versagt.«

Der Saramba-Verwaltungsrat teile diese Einschätzung nicht, heißt es in einer weiteren Mitteilung vom Montag. Der Verwaltungsrat habe unverzüglich Gespräche mit einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aufgenommen. Die vermeintlichen Verhinderungsgründe sollen in einem unabhängigen Gutachten geprüft werden. Das klingt nicht danach, als würden die ernsthaften Bedenken schnell ausgeräumt werden können.

Darüber wolle der Verwaltungsrat der ordentlichen Staramba-Hauptversammlung vorschlagen, den Verwaltungsrat teilweise neu zu besetzen, um die Fachkompetenz dieses bedeutenden Organs des Unternehmens weiter zu erhöhen. Zu diesem Zweck würden ausgewiesene Experten für Finanzen und Wirtschaftsprüfung in den Verwaltungsrat einziehen. Wenn man den typischen PR-Sprech übersetzen möchte, klingt das danach, als verfügte das Gremium bislang nicht über die hinreichende Fachkompetenz.  

Start der hauseigenen Kryptowährung

Für Staramba kommt gerade einiges zusammen: Erst am Freitagmorgen hatte der 3D-Spezialist mitgeteilt, man habe den Initial Token Sale der hauseigenen Kryptowährung Staramba.Token gestartet. Nach der großen Nachfrage durch Bekanntgabe der Ausgabe einer eigenen digitalen Währung im November 2017 habe sich weiterhin die Tokenmenge in der Stückelung auf 1 Milliarde erhöht, damit eine größere Anzahl von Fans an der Entwicklung der Staramba.Token teilhaben könne. Aufgrund der aktuellen Unternehmensentwicklung steht dieser Start unter keinem glücklichen Stern.

Die US-Börsenaufsicht SEC warnte Verbraucher jüngst mit einer ungewöhnlichen Methode vor den Gefahren dieser sogenannten ICOs. Über eine Internetseite pries sie einen digitalen Börsengang, also einen Initial Coin Offering (ICO) an - natürlich mit großartigen Renditechancen für die Investoren. Erst wenn man auf den „Kaufen“-Button klickte, erfuhr man, dass man im Sinne einer pädagogischen Warnung hereingelegt wurde.

ts