Zwei Logos auf der Stada-Unternehmenszentrale in Bad Vilbel
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Rezeptfreie Gesundheitsprodukte Buhlen Stada und Nestlé um Merck-Sparte?

Stand: 04.12.2017, 08:19 Uhr

Dass sich Nestlé für Mercks Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten interessiert, war bereits bekannt. Jetzt scheint auch noch der MDax-Konzern Stada ins Rennen einzusteigen.

Der Schweizer Lebensmittelriese und die Beteiligungsgesellschaften Bain und Cinven, die den hessischen Arzneimittelhersteller Stada übernommen haben, bereiten vorläufige Gebote für die zur Disposition stehende Sparte mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten vor, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Im September hatte der Darmstädter Merck-Konzern die OTC-Sparte sozusagen ins Schaufenster gestellt. Auch strategische Partnerschaften sollen in Betracht gezogen werden. Reuters hatte bereits im September von Insidern erfahren, dass Nestlé ein Auge auf das Geschäft geworfen hat. Der Geschäftsbereich werde mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Angebote müssten bis zum 15. Dezember gemacht werden, heißt es. Merck, Stada, Bain und Cinven wollten sich dazu nicht äußern. Für Merck wäre ein Bieterkampf natürlich wünschenswert.

Genügend Interesse in der Branche

Bis Anfang 2018 soll eine Entscheidung fallen. Vorherige Gespräche über ein Gemeinschaftsunternehmen seien ergebnislos geblieben, da man sich über die Struktur eines Joint Ventures nicht habe einigen können.

Den Insidern zufolge könnten Bain und Cinven, die Stada im Sommer gekauft hatten, das Unternehmen über kurz oder lang mit dem OTC-Geschäft von Merck zusammenlegen - sollten sie zum Zuge kommen. Anderen Beteiligungsgesellschaften, die keine Präsenz in der Gesundheitsbranche haben und bestehende Portfoliogesellschaften nicht als Übernahmevehikel nutzen könnten, sei abgeraten worden, in den Prozess einzutreten. Es gebe zudem genügend Interesse von Unternehmen aus der Branche.

Stada einen weiteren Plan  

Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider

Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider. | Bildquelle: Nesté

Der neue Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider, der zuvor den deutschen Gesundheitskonzern Fresenius geführt hatte, setzt auf den Gesundheitsbereich, der deutlich höhere Wachstumsraten als etwa der vielerorts gesättigte Markt für Süßigkeiten verspricht. Den Insidern zufolge wurde Nestlé auch das ebenfalls zum Verkauf stehende, deutlich größere Geschäft mit Gesundheitsprodukten des US-Pharmariesen Pfizer angeboten. Das Merck-Geschäft passe aber deutlich besser zum bestehenden Portfolio der Schweizer.

Bain und Cinven erwägen den Insidern zufolge zudem eine Offerte für das zum Verkauf stehende Generika-Business des französischen Pharmakonzerns Sanofi und könnten diese Kombination bevorzugen, da dieser Deal auf eine günstigere Bewertung kommen dürfte.

rtr/ts

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Die größten Generika-Hersteller Top-3-Nachahmer

Novartis Schriftzug

3. Sandoz/Novartis
Der in der Schweiz ansässige Pharmagigant Novartis bearbeitet den Markt für Generika über seine Division Sandoz. Zum Portfolio gehört seit 2005 auch der deutsche Generika-Hersteller Hexal.

2016 machte Novartis mit Sandoz 10,1 Milliarden Dollar Umsatz. Die Generikasparte steht damit für 21 Prozent der Gesamtumsätze.