Zwei Logos auf der Stada-Unternehmenszentrale in Bad Vilbel

Gewinnabführungsvertrag steht Stada ködert Restaktionäre

Stand: 19.12.2017, 19:43 Uhr

Wie von dem Investor Paul Singer gefordert, sollen die verbliebenen Stada-Aktionäre eine Abfindung von 74,40 Euro je Anteilsschein erhalten. Im Februar findet deshalb ein Aktionärstreffen statt.

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven halten bisher 64,5 Prozent an Stada, Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott mehr als 15 Prozent. Damit die Hauptversammlung den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abnickt, müssen die Haupteigner dort aber eine Stimmenmehrheit von 75 Prozent hinter sich bringen.

Das außerordentliche Aktionärstreffen soll am 2. Februar 2018 in Frankfurt stattfinden. Wenn Bain und Cinven die notwendige Mehrheit zusammenbekommen, können sie künftig auf die Kasse des MDax-Konzerns zugreifen. Diejenigen Aktionäre, die ihre Stada-Aktien behalten, sollen dem Vertrag zufolge eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,82 Euro brutto je Aktie erhalten.

Ursprünglicher Preis lag bei 66,25 Euro

Der von Singer kontrollierte Hedgefonds Elliott hatte zuvor signalisiert, den von den Käufern angestrebten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag nur zu unterstützen, wenn diese mindestens den nun genannten Betrag je Anteilsschein auf den Tisch legen. Der ursprüngliche Angebotspreis hatte hingegen nur bei 66,25 Euro gelegen. Die Stada-Aktie notierte am Abend bei 81,30 Euro.

Singer hielt zuletzt über seinen Fonds und andere Vehikel 13,26 Prozent der Anteile. Einschließlich Derivaten hat er inzwischen sogar Zugriff auf 15,24 Prozent an dem Arzneimittelhersteller. Damit spielt der aktivistische Investor eine Schlüsselrolle.

Fünf Milliarden Euro schwere Übernahme

Den Finanzinvestoren war Mitte August im zweiten Anlauf zwar die mehr als fünf Milliarden Euro schwere Übernahme von Stada geglückt, die geforderte Schwelle von 63 Prozent der Anteile an dem Pharmakonzern hatten sie mit 63,8 Prozent aber nur knapp übersprungen. Bis zum Freitag konnten Anleger, die die Offerte über 66,25 Euro noch nicht angenommen haben, ihre Anteile noch andienen. Da die Stada-Aktie in den vergangenen Wochen deutlich über der Offerte notierte, dürften Bain und Cinven kaum zusätzliche Papiere eingesammelt haben.

lg

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