Stada-Schriftzug auf dem Dach der Unternehmenszentrale in Bad Vilbel

Adieu MDax Stada will die Biege machen

Stand: 26.03.2018, 08:45 Uhr

Stada will raus aus dem Prime Standard. Nicht das beste Signal für die Aktie, denn dann fällt sie aus dem MDax. Ein geschickter Schachzug der neuen Eigentümer von Stada.

Stada will bei der Frankfurter Börse zeitnah den Ausstieg aus dem regulierten Markt (Prime Standard) beantragen. Mit diesem Wechsel steht auch automatisch der Austritt aus dem MDax an. Denn für den Nebenwerteindex sind die strengeren Berichts- und Veröffentlichungspflichten des Prime Standard Pflicht.

Die offizielle Begründung für den Schritt lautet: Stada will Kosten sparen. Denn künftig wird der Aufwand zum Beispiel für die Veröffentlichung von Bilanzen geringer.

Für den Aktienkurs bedeutet es tendenziell nichts Gutes. Denn mit dem Verlassen eines Index fällt in der Regel auch der Kurs, weil beispielsweise Fonds, die diese Aktienindizes exakt nachbilden, diese Veränderungen mitmachen und entsprechend Stada-Aktien verkaufen müssen. Der Ausstieg aus dem Prime Standard wird drei Monate nach einer entsprechenden Entscheidung der Börse wirksam.

Die neuen Besitzer

Es könnte sich aber auch um einen geschickten Schachzug der neuen Eigentümer, der Finanzinvestoren Bain und Cinven, handeln. Sie haben bei Stada 2017 in einem harten Übernahmekampf für mehr als fünf Milliarden Euro die Mehrheit der Aktien übernommen hatten. Aber sie schafften es nur 64,5 Prozent der Aktien zusammenzubekommen.

Anfang Februar schafften sie es dennoch, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu beschließen, für den sie 75 Prozent der Stimmen hinter sich bringen mussten. Sie köderten die Aktionäre mit einer jährlichen Ausgleichszahlung von 3,82 Euro. Der Vertrag erlaubt ihnen nun den Zugriff auf die Kasse des Unternehmens.

Weniger Dividende

Im März beschloss Stada, die Dividende zusammenzustreichen. Statt zuvor 72 Cent gibt es nur noch 11 Cent.

Die neuen Besitzer bei Stada wollen offenbar freie Hand haben und die anderen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen. Über ihre Erwerbsgesellschaft Nidda Healthcare hatten sie den Minderheitsaktionären ein Abfindungsangebot von 74,40 Euro je Aktie. gemacht. Das Angebot gilt noch bis Mai. Aktuell wird die Aktie an der Börse für über 83 Euro gehandelt.

Mit der Ankündigung, den Prime Standard zu verlassen, könnten sich Aktionäre überlegen, dass es jetzt an der Zeit ist, sich doch von der Aktie zu trennen.

bs