Stabilus-Produktion

Gasfedern weltweit gefragt Stabilus: Ausblick belastet Aktie

Stand: 27.11.2017, 09:04 Uhr

Der Autozulieferer hat sein Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen mit solidem Wachstum abgeschlossen. Die Produkte des SDax-Unternehmens finden in der Industrie und Automobilindustrie immer mehr Gefallen. Die Aktie verliert dennoch deutlich.

Anleger und Analysten nehmen am Montag offenbar am verhaltenenen Geschäftsausblick Anstoß. Im laufenden Geschäftsjahr (bis September 2018) peilt der Konzern Zuwächse von sieben Prozent beim Umsatz an. Nach der Langzeitplanung sollen die Erlöse bis 2025 "mindestens um sechs Prozent jährlich" zulegen. Das ist laut Händlern weniger als erwartet.

Die Geschäfte bei Stabilus laufen eigentlich prächtig. Man profitiere von "Megatrends" wie dem demografischen Wandel und dem steigenden Bedarf nach Komfort, so das Unternehmen in seiner Mitteilung am Montagmorgen. Die Gasfedern und Dämpfer von Stabilus werden bei verschiedensten Hebe-, Schwebe und Federungsaufgaben eingesetzt, in der Industrie, wie etwa dem Maschinenbau, aber vor allem auch in der Autoindustrie.

Übernahmen sorgen für Hälfte des Wachstums

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis 30. September) hat das Unternehmen dank der Trends seinen Umsatz um 23,4 Prozent auf 910 Millionen Euro gesteigert. Mehrere Übernahmen trugen allerdings rund zur Hälfte der Erlössteigerung bei. Ohne die Akquisitionen wie zum Beispiel der Firma Hahn Gasfedern, wären sie nur um 11,3 Prozent "organisch" gestiegen.

Laut Stabilus konnte man "in allen Regionen und Märkten" kräftig zulegen. Der größere Bereich Automotive wuchs um 13,3 Prozent auf 583,7 Millionen Euro, beim kleineren Industriebereich konnte man sogar um 46,8 Prozent auf 326,3 Millionen Euro zulegen.

Marge steigt weiter

Dabei wächst Stabilus mit steigender Profabilität. Die Ebit-Marge, also das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Vergleich zum Umsatz konnte von 13,2 auf 15,1 Prozent gesteigert werden. Beim Ebit steht ein Plus von 40,8 Prozent auf 137,6 Millionen Euro zu Buche. Und unter dem Strich verdiente Stabilus im Geschäftsjahr 79,2 Millionen Euro, nach 48 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Aktie hat den Anteilseignern in den vergangenen Jahren viel Freude gemacht. Der Titel ist in drei Jahren von knapp 22 auf jetzt 75 Euro gestiegen. Seit dem Spätsommer pendelt er allerdings ohne viel Raumgewinn um diese Marke. Nun setzen offenbar erste klare Gewinnmitnahmen ein.

AB