Fisch springt aus einem Buch

IPO-Pläne werden konkreter Springer Nature und der logische Schritt

Stand: 18.03.2018, 13:22 Uhr

Das ist schon fast ein bisschen mehr als der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl. Das Management des Wissenschaftsverlags Springer Nature scheint dem Gang auf Börsenparkett nicht abgeneigt. Es geht um Milliarden.

Springer-Nature-Chef Daniel Ropers hält einen Börsengang des Wissenschaftsverlags für einen logischen Schritt. "Wir schauen uns die Optionen an", sagte Ropers der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Allerdings sei es zu früh zu sagen, ob nach allen Überlegungen ein Börsengang folge. "Am Ende müssen alle glücklich sein: Kunden, Mitarbeiter, Eigentümer." Der Börsenwert von Springer Nature wird auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt, mehr als 20 Prozent der Anteile sollen nach dem Sprung aufs Börsenparkett im Streubesitz sein.

Startschuss schon im Mai?

Springer Nature

Springer Nature. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Der im Besitz der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und des Finanzinvestors BC Partners befindliche Wissenschaftsverlag, der das weltbekannte Wissenschaftsmagazin "Nature" verlegt, wird schon seit geraumer Zeit als Börsenkandidat gehandelt.

Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" im Februar von Insidern erfahren hat, soll im Mai die milliardenschwere Emission offiziell losgetreten werden. Vier Wochen später könnte Springer Nature, der mit dem Berliner Verlagskonzern Axel Springer ("Bild") nichts zu tun hat, an der Frankfurter Börse gelistet sein.

Bereits im November hatten die Eigentümer von Springer Nature Insidern zufolge die Investmentbanken JPMorgan und Morgan Stanley mit den Vorbereitungen für einen Börsengang beauftragt.

2015 entstanden

Das Unternehmen war erst 2015 aus der Fusion von Springer Science mit der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education entstanden. Verleger Stefan von Holtzbrinck hält seither 53 Prozent der Anteile. Springer Nature hat mehr als 13.000 Mitarbeiter und kam laut "FAS" 2017 auf einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro. Das Unternehmen publiziert jährlich rund 12.000 neue Buchtitel und verlegt fast 3.000 Fachzeitschriften - die meisten davon online.

Sollte das Unternehmen an die Börse kommen, wäre es nach der Siemens-Tochter Healthineers und der Deutsche Bank-Tochter DWS der dritte milliardenschwere Börsengang in diesem Jahr in Deutschland. Die Siemens-Medizintochter war am Freitag erfolgreich gestartet. Am Ende schloss das neue Papier bei 30,20 Euro, der Ausgabepreis lag bei 28 Euro. Siemens flossen dabei über vier Milliarden Euro zu. Der Münchener Siemens-Konzern hat eine lange Tradition, Unternehmensteile an die Börse zu bringen.

rtr/rm