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Es geht um Milliarden Spotify geht an die Börse

Stand: 01.03.2018, 08:28 Uhr

Schon lange wird der Börsengang des schwedischen Musik-Streamingdienstes Spotify diskutiert, jetzt ist es soweit. An der New Yorker Börse wird es bald ein neues Aktienkürzel geben.

Spotify-App auf einem Smartphone

Spotify-App. | Bildquelle: Imago

Denn Spotify hat am Abend bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC die notwendigen Papiere für einen Registrierungsantrag eingereicht. Die neue Aktie soll unter dem Kürzel "SPOT" an der New Yorker Börse notiert werden.

Analysten bewerten das Unternehmen mit 71 Millionen zahlenden Abonnenten mit rund 20 Milliarden Dollar. Damit dürfte der Börsengang ein herausragendes Ereignis im Technologiesektor werden.

Direktplatzierung

Spotify-Gründer Daniel Ek

Spotify-Gründer Daniel Ek. | Bildquelle: Unternehmen

Spotify wählt für seinen Börsengang ein relativ ungewöhnliches Verfahren. Denn anders als sonst üblich bleiben die großen Konsortialbanken außen vor. Die Aktien werden direkt ohne das sonst übliche Preisbildungsverfahren an die Börse gebracht, Spotify lässt sich bei dieser Direktplatzierung lediglich von bekannten Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley beraten. Das spart Kosten.

Allerdings fehlt deshalb auch eine Preisorientierung. Außerbörsliche Geschäfte mit Spotify-Aktien wurden bisher in einer Größenordnung zwischen 90 und 132 Dollar getätigt. Der zukünftige Kurs könne aber massiv davon abweichen, warnte das Unternehmen. Wann die erste Notierung erfolgt, ist noch offen, erwartet wird dies für Ende März.

Operativ noch in den roten Zahlen

Spotify-Gründer Martin Lorentzon

Spotify-Gründer Martin Lorentzon. | Bildquelle: picture alliance/IBL Schweden

Der Musikdienst hat nach eigenen Angaben 159 Millionen monatliche Nutzer in 61 Ländern der Welt, davon 71 Millionen zahlende. Zusammen mit dem Registrierungsantrag wurden auch Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr veröffentlicht. Danach legte der Umsatz von 2,95 auf 4,09 Milliarden Dollar zu. Operativ weitete sich der Verlust auf 378 Millionen Dollar aus nach 349 Millionen im Vorjahr.

Spotify gilt als Marktführer beim Musik-Streaming. Dabei werden gewünschte Lieder meist gegen eine monatliche Gebühr aus dem Netz abgespielt, anders als im analogen Zeitalter, als die meisten Tonträger gekauft wurden. Bei kostenloser Nutzung sind Werbespots zwischengeschaltet.

Besonders beliebt sind Playlisten, die entweder von Spotify oder anderen erstellt werden. Diese Listen entscheiden maßgeblich, welche Lieder gehört und welche Künstler mehr oder weniger Honorare bekommen. Aktuell nutzen 31 Prozent solche Listen nach 20 Prozent im Vorjahr. Aktuell ist eine Klage eines Musikverlages anhängig, der mindestens 1,6 Milliarden Dollar Zahlungen für Songautoren erstreiten will.

Hauptkonkurrenten sind Angebote von Amazon oder Apple. Der Kultkonzern hat nach eigenen Angaben 36 Millionen Nutzer, bietet aber keine Werbeversion an. Firmenchef Daniel Ek hält derzeit als Mitgründer 23,8 Prozent der Anteile, der zweite Mitgründer Martin Lorentzon 12,4 Prozent. Sony-Music hält 5,4 Prozent.

rm