Spider-Man im Film

Streit zwischen Sony und Disney Spiderman fliegt aus dem Avengers-Universum

Stand: 21.08.2019, 10:37 Uhr

Sony und Marvel gehen künftig getrennte Wege. Für Tom Hollands Spiderman heißt das, dass er nicht mehr Teil des Marvel Cinematic Universe, kurz MCU, ist.

Grund für die Scheidung ist natürlich das Geld. Bisher sah es so aus, dass die MCU-Mutter Disney zwar die volle kreative Kontrolle über die Produktionen hatte, aber Sony als Rechteinhaber der Spiderman-Figuren den Löwenanteil der Einnahmen erhielt. Diese Vereinbarung läuft nun aus. Statt mit fünf Prozent an den Filmeinnahmen beteiligt zu sein, verlangt Disney offenbar eine völlig neue Vereinbarung mit Sony.

Danach sollten Kosten und Einnahmen der Marvel-Produktionen je zur Hälfte geteilt werden. Gleichzeitig hat Disney offenbar den Wunsch geäußert, die Vereinbarung auch auf die weiteren Filme mit Spiderman-Figuren von Sony zu erweitern.

Milliardenschwere Einnahmen

Dass Sony daran kein Interesse hat, ist verständlich. In dem von Disney vorgeschlagenen Gemeinschaftsunternehmen hätten die Japaner zwar die Marvel-Expertise von Produzent Kevin Feige und dessen Team behalten, doch da die Comic-Adaptionen derzeit fast sichere Mega-Hits sind und milliardenschwere Umsätze generieren, würden Sony im Fall eines 50/50-Joint-Ventures hohe Einnahmen entgehen.

So dürfte der neueste Streifen "Spiderman: Far Frome Home" ersten Berechnungen zufolge gut 1,1 Milliarde Dollar einspielen, "Venom" brachte über 856 Millionen Dollar ein. Solche Summen will man bei Sony weitestgehend für sich alleine verbuchen und nicht die Hälfte an Disney abführen.

Zumal die Sony-Verantwortlichen wohl darauf verweisen dürften, dass Disney ohnehin mit diesen Filmen noch zusätzliches Geld einnimmt, weil dadurch auch der Verkauf von Merchandise-Artikeln und Comics angekurbelt wird, woran Marvel mindestens mittelbar in den meisten Fällen verdient.

Zwei neue Spiderman-Filme in Planung

Brancheninformationen zufolge arbeitet Sony derzeit bereits an zwei neuen Spiderman-Filmen. Die Hauptrolle soll weiter Tom Holland spielen. Jon Watts, der "Spiderman: Homecoming" und "Spiderman: Far From Home" inszenierte, soll bei "Spiderman 3" und "Spiderman 4" erneut Regie führen. Details zum Inhalt gibt es noch keine, aber Insider gehen davon aus, dass die am Ende von "Far From Home" vorbereitete Story fortgesetzt wird.

Inhaltlich bedeutet es, dass Spiderman nun gewaltig in der Klemme zu stecken, weil keine "Avengers"-Kollegen, kein Nick Fury und kein Skrull, ihm in weiteren Filmen zu Hilfe eilen können.

Organisatorisch bedeutet es: MCU, also Marvel und Erfolgsgarant Kevin Feige, haben keinen (positiven) Einfluß mehr auf Spiderman und andere Figuren aus der Spiderman-Welt. Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass Marvel in seinen künftigen Filmen nicht mehr auf die Superkräfte von Spiderman zurückgreifen kann - der Spinnenmann wäre damit nicht mehr Teil des Marvel-Universums.

Insider sind überzeugt, dass Sony die gewonnene Freiheit nutzen wird, um Spiderman mit den übrigen zur Verfügung stehenden Figuren zu verbinden. Denn Sony arbeitet man schon an einem eigenen Universum, zu dem bislang "Venom" sowie die kommenden Filme "Venom 2" und "Morbius" (mit Jared Leto als Vampir) gehören.

Seit 2015 ist das Marvel Cinematic Universe (MCU) das finanziell erfolgreichste Filmfranchise aller Zeiten. Mit dem Film "Avengers: Age of Ultron" gelang es Marvel Studios, den bisherigen Rekordhalter Harry Potter hinter sich zu lassen.

lg