George Soros

Weg mit Facebook, Amazon und Alibaba! Soros stößt Tech-Aktien ab

Stand: 16.02.2018, 16:40 Uhr

Starinvestor George Soros warnte kürzlich in Davos vor den immer mächtiger werdenden Internet-Riesen, die die Demokratie gefährden könnten. Wie sich zeigt, hatte er schon zuvor Facebook, Amazon, Apple und Alibaba aus seinem Depot geworfen.

Wie aus der Pflichtmitteilung an die SEC hervorgeht, sind im Bericht zum vierten Quartal, der das Portfolio seines Fonds auflistet, zahlreiche Tech-Aktien verschwunden. So verkaufte der Milliardär seine rund 100.000 Facebook-Aktien im Wert von 19 Millionen Dollar, 74.000 Alibaba-Papiere für 12,7 Millionen Euro und 10.000 Amazon-Titel für 9,6 Millionen Dollar. Auch Apple warf Soros komplett aus seinem Depot.

Die neuen Feinde der Demokratie

Offenbar haben dabei politische Gründe eine entscheidende Rolle gespielt. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Ende Januar stellte er die Social-Media-Konzerne an den Pranger und bezeichnete sie als Feinde der Demokratie. Sie würden ihre Nutzer täuschen, indem sie ihre Aufmerksamkeit manipulieren. Außerdem würden sie auf das Verhalten der Menschen nehmen, was gravierende Folgen auf Demokratien, vor allem auf die Integrität von Wahlen hätte, kritisierte er.

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
169,97
Differenz relativ
-0,72%
Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.480,00
Differenz relativ
-0,40%
Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
160,08
Differenz relativ
-1,57%

Der Investor zog gar einen Vergleich mit Überwachungsstaat-Szenarien aus der Science-Fiction-Literatur: Die Internet-Giganten könnten "ein totalitäres Netzwerk schaffen, wie es Aldous Huxley und George Orwell sich nicht besser hätten ausmalen können", sagte er in Anspielung auf die Romane "Schöne neue Welt" und "1984".

Auch wirtschaftlich traut er der Branche keine großen Sprünge mehr zu. Das Wachstum könne nicht ewig so weitergehen. Er rechnet mit einer heftigen Regulierung der Tech-Branche und einer Zerschlagung der Monopole.

Nur Google traut er noch

Ganz schwarz für die Tech-Aktien sieht Soros aber doch nicht. An Microsoft hält er noch fest, auch wenn er die Positionen auf 58.000 Stück halbierte. Die Aktien von Alphabet (Google) im Wert von 4,8 Millionen Dollar nahm er sogar neu ins Depot auf.

Alphabet C: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.003,85
Differenz relativ
+0,41%
Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.011,78
Differenz relativ
-0,71%
Microsoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
86,68
Differenz relativ
-0,16%

Der Starinvestor lag zuletzt mit seinen Untergangsvorhersagen daneben. 2016 warnte er vor dem China-Crash, im vergangenen Jahr vor dem Trump-Crash. Berühmt wurde der Hedgefonds-Investor mit seinen Spekulationen gegen das britische Pfund in den 1990er Jahren, mit denen er viel Geld verdiente.

Die Rally von Apple & Co an der Wall Street beunruhigt nicht nur Soros, sondern auch andere Börsenprofis. DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen fühlte sich jüngst erinnert an die Internetblase, die sich Ende der 1990er Jahre aufpumpte und dann platzte. "So etwas können wir dieses Jahr wieder sehen", warnte er.

nb