Shakehands zwischen Kenichiro Yoshida (Sony-CEO, l.) und Satya Nadella (Microsoft-CEO, r.)
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Strategische Partnerschaft der Erzrivalen Sony und Microsoft: Angriff auf Google und Amazon

Stand: 17.05.2019, 07:45 Uhr

Bei Spielekonsolen waren Sony und Microsoft bisher erbitterte Rivalen. Nun gehen die beiden eine strategische Partnerschaft ein. Diese reicht vom Streaming bis zur Künstlichen Intelligenz. Die Anleger sind begeistert.

Die Aktien von Sony legten an der Börse in Tokio gut zehn Prozent zu. Seit Anfang April haben die Titel gut ein Viertel zugelegt. Auch die Papiere von Microsoft zogen an. Sie schlossen an der Nasdaq 2,3 Prozent höher.

Am Donnerstagabend gaben die beiden Spielekonsolen-Hersteller eine strategische Partnerschaft bekannt. Künftig wollen Sony und Microsoft beim Spiele-Streaming, bei Inhalten über neue Bildsensoren sowie in Sachen Künstlicher Intelligenz ihre Kräfte bündeln. Damit verbünden sie sich gegen Google und Amazon. Google und Amazon sind vor kurzem ins Videospiele-Geschäfte eingestiegen.

Cloud statt Konsole

Die Vereinbarung stärkt vor allem das Microsoft-Cloud-Geschäft Azure für Internet-basierte Anwendungen, weil Sony darüber Spiele und Medien-Inhalte per Streaming an die Kunden bringen will. Zudem könnte der japanische Konzern, der auch im großen Stil Zulieferer von Kamera-Chips für Handys ist, mit Microsoft und dessen hauseigener KI neue Bildsensoren entwickeln.

Sony-Chef Kenichiro Yoshida erklärte, beide Unternehmen arbeiteten zwar bereits seit Jahren in verschiedenen Bereichen zusammen, seien aber eben auch Rivalen. Die nun vereinbarte gemeinsame Entwicklung neuer Cloud-Anwendungen werde das Geschäft mit interaktiven Inhalten voranbringen.

Google mischt das Spielegeschäft auf

Die US-Tech-Riesen wollen mit ihren Plattformen das Spielen von der Konsole in die Cloud verlegen. So hat Google Ende März eine neue Videospiel-Plattform namens "Stadia" angekündigt. Mit Stadia sollen die Gamer künftig sowohl auf Smartphones, Computern, Fernsehern, und Tablets spielen können und zwischen den Plattformen wechseln.

nb