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Chips und Bildsensoren Sony im Gewinnrausch

Stand: 01.08.2017, 10:49 Uhr

Der japanische Elektronik-Konzern scheint seine Talsohle durchschritten zu haben. Dank Bauteilen für Smartphones und eine gut laufenden Chipsparte kann das Unternehmen überraschende Zahlen vorlegen.

Laptops und TV-Geräte von Sony? Das war gestern - die mobilen Computer stellt das japanische Unternehmen gar nicht mehr her, der Fernseher-Bereich wurde deutlich verkleinert. Die heutige Sony setzt auf Halbleiterprodukte für verschiedenste Elektronikgeräte und auf Bildsensoren, vor allem für Smartphones.

Rekordergebnis im Visier

Der geschäftliche Erfolg des Umsteuerns hat sich mit Verzögerung eingestellt. Denn im vergangenen Jahr hatte sich der Smartphone-Markt zwischenzeitlich abgekühlt und die Japaner in eine geschäftliche Delle geführt. Nun aber trägt die Neuausrichtung Früchte: Operativ verdiente Sony im Auftaktquartal (bis Juni) seines Geschäftsjahres 2017/18 mit umgerechnet 1,21 Milliarden Euro 180 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis ist sogar ein Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Umgerechnet 3,8 Milliarden Euro operatives Ergebnis sollen es im Gesamtgeschäftsjahr werden - so viel hat Sony seit fast 20 Jahren nicht verdient.

Im Quartal stieg der Umsatz um 15,2 Prozent auf umgerechnet 14,3 Milliarden Euro. Ein Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche zeigt, wo bei Sony die "Musik" inzwischen spielt. Die Chipsparte etwa wuchs binnen eines Jahres um 41,4 Prozent. Der Bereich "Imaging Products", in dem die Bildsensoren für die Smartphones hergestellt wurden, legte um 27,3 Prozent zu.

Die Spielesparte mit der Konsole Playstation wuchs um 5,4 Prozent, während der Filmbereich leicht überdurchschnittlich 12,3 Prozent zulegte. Hier machte sich der Erfolg des neuen "Spider-Man"-Filmes wohltuend bemerkbar. Allerdings sorgten Marketing-Ausgaben für den Film dafür, dass die Sparte operativ Verluste einfuhr.

Aktie mit Schleuderwende

Sony-Aktionäre haben bereits seit längerem wieder Freude an der Aktie. Der Titel war bis zum Jahr 2013 auf einer steilen Talfahrt, die ihn bis auch acht Euro im Frankfurter Handel hinab führte. Inzwischen kostet die Aktie mit rund 35 Euro rund das Vierfache. Am Dienstag setzen sie allerdings Gewinnmitnahmen unter Druck. Derzeit notiert sie rund 1,5 Prozent im Minus.

AB