Hackerangriff auf Sony
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Forderung nach Aufspaltung Aktivist greift erneut Sony an

Stand: 14.06.2019, 08:06 Uhr

Er hat sich mit dem Auktionshaus Sotheby's angelegt, stellte das Management von Yahoo bloß und machte Druck auf den Nahrungsmittelriesen Nestlé. Nun knöpft sich der aktivistische Investor Daniel Loeb Sony vor - zum zweiten Mal.

Vor sechs Jahren hatte sich Loebs Hedgefonds Third Point mit gut sieben Prozent an Sony beteiligt. Der New Yorker Finanzinvestor drängte den japanischen Elektronikkonzern dazu, das Filmstudio abzuspalten. Doch der damalige Sony-Chef Kazuo Hirai sagte Nein. Kurze Zeit später verkaufte Loeb seine Sony-Anteile - mit Gewinn.

Sony soll sich auf Unterhaltung konzentrieren

Nun hat Loeb erneut ein Auge auf Sony geworfen und 1,5 Milliarden Dollar investiert. Im zweiten Anlauf will der Hedgefondsmanager Sonys Konzernstruktur umkrempeln. Er forderte den japanischen Unterhaltungsriesen auf, sein Chip-Geschäft abzuspalten. Zudem sollte sich Sony von seiner Finanzsparte und anderen Bereichen trennen und sich als globaler Unterhaltungskonzern aufstellen, erklärte der Investor am Freitag. Die Sony-Aktie sei aufgrund der komplexen Struktur des Konzerns unterbewertet.

Die Aussicht auf einen Umbau des Konzerns beflügelte den Aktienkurs. Die Sony-Papiere legten am Freitag rund vier Prozent zu.

Sony-Zentrale in Tokio Audio

B5 Börse 08.12 Uhr: Sony-Aktie kaum zu bremsen

Gutes Händchen mit Nestlé

Zuletzt hatte Loeb für Aufsehen gesorgt mit seinem Einstieg bei Nestlé. Er forderte Nestlé-Chef Mark Schneider auf, die Beteiligung an L'Oréal zu veräußern und den Aktionären mehr Geld ausschütten. Der Nestlé-Boss wehrte zunächst das Ansinnen Loebs ab, kündigte dann aber doch ein riesiges Aktienrückkauf-Programm in Höhe von 20 Milliarden Franken (18 Milliarden Euro) an. Die Schweizer "Handelszeitung" sprach von Nestlés "20-Milliarden-Bückling".

Mit seinem Einstieg bei Nestlé jedenfalls hat Loeb ordentlich Geld verdient. Die Aktien sind in den letzten zwei Jahren um gut 22 Prozent gestiegen und haben neue Rekordhochs erklommen.

Erfolgreiche Attacken gegen Sotheby's und Yahoo

Loeb ist als "Firmenschreck" bekannt. So mischte er das alt renommierte Auktionshaus Sotheby's auf. Er kritisierte den Vorstandschef als inkompetent und nannte Sotheby's ein "altes Meistergemälde, das dringend restauriert werden muss". Am Ende setzte sich Loeb durch, der Sotheby's Chef musste gehen.

Daniel Seth Loeb, CEO Thirdpoint

Daniel S. Loeb. | Bildquelle: Unternehmen

Bei Yahoo entlarvte er Fehler im Lebenslauf des damaligen Chefs Scott Thompson. Anders als von ihm behauptet hatte er keinen Abschluss in Informatik, sondern nur in Buchhaltung. Schließlich wurde Thompson gefeuert und von Marissa Mayer ersetzt. Loeb stieß seine Yahoo-Anteile mit einem Gewinn von rund einer Milliarde Dollar ab.

Ruhe durch Yoga und Dalai Lama?

In letzter Zeit ist der aktivistische Investor nicht mehr so aggressiv auf wie früher. Auf Twitter verbreitet Loeb nun Zitate des Dalai Lama. Wenn er bei Firmen wie Nestlé einsteigt, schlägt er nun eher mildere Töne an - und kooperiert mit den Managern. Vielleicht, so mutmaßt die "Süddeutsche Zeitung", liegt es daran, dass er Yoga praktiziert. Vielleicht aber ist der 55-jährige Loeb im Alter einfach ein bisschen weiser geworden…

nb