Alicia Keys
Audio

Milliardenschwere Übernahme Sony: Bei Emi spielt die Musik

Stand: 22.05.2018, 11:35 Uhr

Kaum schreibt Sony wieder schwarze Zahlen, schon geht der Umbau weiter. Unter dem seit April amtierenden neuen Chef übernimmt der japanische Konzern die Kontrolle über den Musikverlag Emi Music Publishing.

Sony erwirbt im Zuge eines der teuersten Zukäufe seiner Geschichte nun über seine Tochter Sony Corporation of America für 1,9 Milliarden Dollar vom Investor Mubadala dessen Anteil von 60 Prozent an dem Verlag. Damit besitzt Sony künftig rund 90 Prozent an Emi Music Publishing. Die übrigen zehn Prozent liegen bei den Erben von Michael Jackson. Emi hält die Verwertungsrechte an rund zwei Millionen Liedern unter anderem von Alicia Keys, Carole King, Drake, Pink oder Queen.

Die Japaner stärken mit dem Zukauf ihr Entertainment-Geschäft, das sie als einen wichtigen Treiber für künftiges Wachstum ansehen. "Wir freuen uns sehr, Emi Music Publishing in die Sony-Familie zu holen", sagte der neue Sony-Chef Kenichiro Yoshida. Zu seinem Unternehmen gehöre dann einer der größten Musikverlage der Welt. Es ist der erste große Deal unter dem seit April amtierenden Chef und der zweitgrößte Zukauf in der Geschichte des Konzerns, nach dem Kauf von Columbia Pictures 1989.

Bereits 30 Prozent

Sony besaß über eine Tochter indirekt bereits 30 Prozent an Emi Music Publishing. Zusätzlich zu den 1,9 Milliarden Dollar, die der Konzern für die von einem Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate gehaltenen Anteile ausgibt, wollen die Japaner weitere 400 Millionen Dollar unter anderem an Aktionäre zahlen. Über den Schritt wurde seit längerem spekuliert. Der Verlag wird bei der Übernahme, die noch von Behörden genehmigt werden muss, insgesamt mit rund 4,75 Milliarden Dollar bewertet.

Der Musikverlag Emi Music Publishing gehörte früher einmal zum Musikkonzern Emi Group, der 2007 dann vom Finanzinvestor Terra übernommen worden war. Von dort wanderte er 2011 weiter an die Citigroup. Die US-Bank verkaufte ihn schließlich kurze Zeit später an Sony und den Fonds Mubadala. Der andere Teil - das Label Emi Music - ging an den französischen Mischkonzern Vivendi.

Kräftiges Ergebnisplus erwartet

Sony PlayStation

Sony PlayStation. | Bildquelle: picture alliance / Bildagentur-online/Belcher

Sony erwartet, dass der Abschluss das operative Ergebnis im noch bis zum 31. März 2019 laufenden Geschäftsjahr um 100 Milliarden Yen (765 Millionen Euro) steigern wird. Die Japaner richten ihren Fokus verstärkt auf das Geschäft mit Inhalten aus - in einer Zeit, in der der Umsatz mit Hardware wie Spielekonsolen und Smartphones sinkt. So verkaufte Sony im abgelaufenen Geschäftsjahr 19 Millionen seiner Playstation-4-Konsolen, fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Filmstill aus der Serie

Breaking Bad. | Bildquelle: AMC

Der Konzern rechnet auch für das laufende Geschäftsjahr sowohl im Spiele- als auch im Mobiltelefongeschäft mit rückläufigen Einnahmen. Sony will aber weiter kräftig investieren. So sollen über die nächsten drei Geschäftsjahre hinweg flüssige Mittel im Wert von mindestens zwei Billionen Yen erwirtschaftet werden, wie der Konzern bei der Vorlage seiner mittelfristigen Ziele bekanntgab. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hat Sony einen Rekordgewinn von 491 Milliarden Yen (3,7 Milliarden Euro) eingefahren.

Wachsende Konkurrenz

Sony musste über Jahre vor allem das einst glorreiche Geschäft mit Unterhaltungselektronik wieder in die Erfolgsspur bringen. der Konzern hatte im scharfen Wettbewerb mit südkoreanischen und chinesischen Konkurrenten schwer zu kämpfen. Die Verluste der Sparte drohten den gesamten Konzern aufzufressen.

Inzwischen gehören zu den tragenden Säulen des Geschäfts die Spielekonsole Playstation, Kamera-Module für Smartphone sowie die aus Hollywood-Studios (Columbia Pictures) und Musiklabels bestehende Entertainmentsparte.

lg