Sonos

Börsengang in New York Sonos: Verhaltene Begeisterung der Anleger

Stand: 03.08.2018, 14:32 Uhr

Der Anbieter vernetzter Lautsprecher Sonos hat bei seinem Börsengang in New York deutlich weniger eingenommen als ursprünglich geplant - auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Tatsächlich hat Sonos den drohenden Flop bei seinem Börsendebüt am Abend in New York in letzter Minute abgewendet. Statt der ursprünglich angepeilten Preisspanne zwischen 17 und 19 Dollar je Aktie hatte Sonos das Angebot auf 15 Dollar reduziert. Auf diese Weise konnte der Lautsprecherhersteller am Ende des ersten Handelstages doch noch ein sattes Plus verbuchen, von 32,73 Prozent auf 19,91 Dollar.

Damit hat Sonos rund 208 Millionen Dollar eingenommen. Noch Ende Juli waren 300 Millionen Dollar angepeilt worden. Auch bei der Bewertung muss die Firma Abstriche machen. Statt der ursprünglich angestrebten 2,5 bis 3 Milliarden wurde Sonos bei seinem Börsenstart mit etwa 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Vorstandschef Patrick Spence machte auf CNBC die derzeit herrschende Skepsis der Anleger gegenüber Tech-Aktien für die Abstriche verantwortlich.

In die roten Zahlen gerutscht

Marktexperten wiesen zugleich darauf hin, dass Sonos in die roten Zahlen gerutscht sei. Im Börsenprospekt hatte die Firma bekannt gegeben, dass sie das vergangene zweite Quartal mit einem Verlust von bis zu 29 Millionen Dollar abgeschlossen hat. In den sechs Monaten bis Ende März hatte sie einen Gewinn von 13,1 Millionen Dollar erzielt, was einem etwa 14-prozentigen Rückgang im Jahresvergleich entspricht. Der Umsatz war indes um 18 Prozent auf knapp 656 Millionen Dollar gestiegen.

Sonos, gegründet 2002, ist ein Vorreiter bei vernetzten Lautsprechern für den gesamten Haushalt. Die Firma erkannte aber recht spät den aktuellen Trend zu sprachgesteuerten digitalen Assistenten in den Geräten. Dieser neue Markt wird von Amazons Echo-Lautsprechern mit der Assistenzsoftware Alexa beherrscht, während Google und Apple auf Aufholjagd gehen.

Schnell wachsender Markt erwartet

Nach Zahlen vom Frühjahr wurden mehr als 19 Millionen Sonos-Geräte in 6,9 Millionen Haushalten registriert. Die Firma rechnet für die kommenden Jahre mit einem schnell wachsenden Markt durch die verstärkte Nutzung von Musik-Streamingdiensten und Sprachassistenten.

lg