Firmensitz der Software AG in Darmstadt

Die Aktie schwankt Solides Gewinnwachstum bei Software AG

Stand: 18.07.2017, 10:14 Uhr

Die Software AG hat mit den vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal die Anleger nur vorläufig überzeugt. Die Aktien von Deutschlands zweitgrößtem Software-Hersteller nach SAP starteten an der TecDax-Spitze und fielen dann weit zurück.

Mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent auf 39,10 Euro klettert die Software-Aktie zunächst an die Spitze des TecDax. Anschließed sackte sie zurück in die Verlustzone. Seit Jahresbeginn haben Software immerhin mehr als 13 Prozent zugelegt. Im gleichen Zeitraum stieg der Vergleichsindex jedoch um rund das Doppelte.    

Software verkaufen, Software warten

Den Investoren dürfte zuerst aufgefallen sein, dass das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem wegen der Entwicklung rund um die sogenannte Integrationssoftware ("DBP Digital Business Platform") um zehn Prozent auf 40,2 Millionen Euro stieg. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in Darmstadt mit. Der Gesamtumsatz von Deutschlands zweitgrößtem Software-Hersteller legte im zweiten Vierteljahr leicht um zwei Prozent auf 207,4 Millionen Euro zu.

Das zur Wachstumssparte erklärte Wartungsgeschäft schnitt allerdings mit 104,1 Millionen Euro schwächer ab als von Experten angenommen, weil die Lizenzverkäufe um sechs Prozent zurückgingen. Weniger Lizenzen schmälern tendenziell die Chancen, den Kunden anschließend auch die lukrativeren Wartungsverträge zu verkaufen.

Software AG sieht gleichwohl optimistischer in die Zukunft: Das Management erhöhte die Prognose für die operative Marge, den Anteil des bereinigten Betriebsergebnisses am Umsatz, auf 31 bis 32 Prozent. Zuvor hatte der Konzern 30,5 bis 31,5 Prozent erwartet. "Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sind wir sehr zuversichtlich, unser profitables Wachstum weiter auszuweiten", sagte Finanzchef Arnd Zinnhardt.

Die Reaktionen der Fachleute

Einigen Marktteilnehmern gefiel nicht, was ihnen vorgelegt und erzählt wurde. Börsianer erklärten, dass das Quartal insgesamt durchwachsen ausgefallen sei, weshalb die Konsensschätzungen nur wenig steigen sollten. Als Bremsklotz sahen sie die schwankungsanfällige Entwicklung im Bereich Integrationssoftware (DBP).

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank lobte die ermutigende Margenentwicklung des Softwarekonzerns im zweiten Quartal. Wegen des angehobenen Jahresziels für die operative Ergebnismarge (bereinigtes Ebita) will er seine derzeitige Einschätzung der Aktie überprüfen.

Die Commerzbank hat die Einstufung für die Software AG auf "Hold" mit einem Kursziel von 37,50 Euro belassen. Dem Dämpfer im Geschäft mit neuen Lizenzen mit Integrationssoftware stehe eine bessere Profitabilität gegenüber, schrieb Analyst Thomas Becker.

ts