Software AG

Kapitalherabsetzung beschlossen Software AG zieht ein

Stand: 14.03.2018, 08:40 Uhr

Nach dem Einbruch des Aktienkurses im Januar und Februar will die Software AG Millionen eigene Aktien einziehen und das Grundkapital drastisch herabsetzen.

Dabei geht es um 2,4 Millionen zuvor erworbener Aktien, die eingezogen werden sollen. Dies bedeutet eine Verringerung des Grundkapitals um gut drei Prozent auf 74 Millionen Euro. Die Anzahl der vom Unternehmen selbst gehaltenen Aktien verringert sich damit auf nur noch 24.000 Aktien.

Auf der Handelsplattform Tradegate ziehen die Papiere des Unternehmens im Anschluss an die Bekanntgabe um gut drei Prozent an, müssen im weiteren Verlauf einen Großteil ihrer Gewinne aber wieder abgeben. Nach einer Aktieneinziehung verteilen sich künftige Gewinnausschüttungen auf weniger Papiere - das treibt den Kurs nach oben.

Neuer Chef kommt

Die Software AG steht in diesem Jahr vor großen Veränderungen. Ab dem ersten August wird das Darmstädter Unternehmen von Sanjay Brahmawar (47) geführt. Er tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Streibich (65) an, der nach mehr als 14 Jahren an der Unternehmensspitze nach Erreichen der Altersgrenze turnusgemäß ausscheiden wird.

Zudem bereitet sich das Unternehmen in diesem Jahr auf einen Rückgang der operativen Marge auf bis zu 30 Prozent vor. Analysten hatten im Schnitt 31,8 Prozent erwartet. Zwar hält das Unternehmen auch eine Marge von 32 Prozent für möglich, doch die Anleger machten erstmal Kasse. Nach Bekanntgabe des Ausblicks Ende Januar brach der Kurs der im TecDax notierten Software AG um neun Prozent ein und hat sein zuvor erreichtes Niveau von fast 49 Euro nicht wieder erreicht.

Hohe Erwartungen

Angetrieben wurde der Kurs zuvor von hohen Erwartungen an die immer stärker werdende Digitalisierung der Wirtschaft. Vom Zwischentief der Aktie im August war sie bis zum jüngsten Rekordhoch um 44 Prozent nach oben geschnellt. Die Darmstädter könnten zum Gewinner der Industrie 4.0 werden, hatten viele Experten argumentiert.

lg