Software AG  Mitarbeiterin zwischen Kabelsträngen Audio

TecDax-Firma mit gemischtem Jahresstart Sofware AG auf Schrumpfkurs

Stand: 16.04.2018, 11:58 Uhr

Zwar läuft bei der Software AG das Geschäft mit der Cloud und dem Internet der Dinge rund. Doch bei der Inegrationssoftware schwächelt der SAP-Rivale. Die Anleger reagieren ernüchtert.

Nach überraschend schwachen Zahlen für das erste Quartal brechen die Aktien der Software AG bis zum Mittag um über zwei Prozent ein. Sie sind größter Verlierer im TecDax. Seit Jahresbeginn hat der Kurs Federn lassen müssen und büßte zwölf Prozent ein. Das Jahrestief wurde allerdings im vergangenen August bei nur 34,53 Euro markiert.

Weniger Lizenzeinnahmen

In den ersten drei Monaten des Jahres fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. Die Erlöse sanken auf 186,6 nach 205,9 Millionen Euro im Vorjahr, das Ebita fiel von 51,2 auf 56,3 Millionen Euro. Grund war unter anderem ein schwächelndes Geschäft mit Integrationssoftware (DBP). Vor allem niedrigere Lizenz- und damit verbunden Produktumsätze machten sich bemerkbar.

Auf Konzernebene sanken die Lizenzeinnahmen von 44,9 auf 34,2 Millionen Euro und die Produktumsätze (Lizenzen und Wartung) auf 140,4 von 153,7 Millionen Euro. Der Gewinn des Unternehmens vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich im ersten Quartal auf 42,1 nach 41,5 Millionen Euro im Vorjahr. Dies entspricht einer Ebit-Marge von 22,5 (Vj. 20,2) Prozent.

Gute Geschäfte mit Cloud und Internet der Dinge

Dagegen boomte das Geschäft mit der Cloud und dem Internet der Dinge (IoT). Es verzeichnete ein Wachstum von 125 Prozent auf 6,4 Millionen Euro. Der Auftragseingang im Cloud-Geschäft entwickelte sich mit einem Wachstum von 195 Prozent sogar noch stärker, hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens vom späten Freitagabend. Beim Cloud Computing werden IT-Produkte wie Software oder Speicherplatz nicht mehr im System des Kunden vorgehalten, sondern über das Internet abgerufen.

Software AG-Chef Karl-Heinz Streibich

Software AG-Chef Karl-Heinz Streibich. | Bildquelle: Unternehmen

"Im ersten Quartal ist es uns gelungen, das Wachstum unseres IoT- und Cloud-Geschäfts signifikant zu steigern und dabei auch die operative Ergebnismarge auf einem sehr hohen Niveau zu halten", zeigte sich Finanzvorstand Arnd Zinnhardt mit dem Erreichten sehr zufrieden. Auch Firmenchef Karl-Heinz Streibich verwies auf die erfolgreiche Positionierung des Darmstädter Unternehmens aus dem TecDax. Zunehmend würden Großkunden aus der Industrie auf die Technologie des Unternehmens setzten, hieß es in der Mitteilung weiter.

Ausblick stabil

Denn das Unternehmen erhöhte die Prognose für das Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs IoT (Internet of Things) & Cloud von bisher 70 bis 100 auf 100 bis 135 Prozent in diesem Jahr. Nur ein Quartal nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, seine IoT & Cloud-Umsätze separat auszuweisen, läuft das neue Geschäftsfeld damit besonders gut.

Bis auf die Anhebung der Prognose für den IoT- und Cloud-Bereich blieb der Ausblick für die anderen Geschäftsbereiche stabil. Beim Ergebnis pro Aktie wird ausgehend vom 2017er-Ergebnis von 2,38 Euro je Aktie mit einem Wachstum zwischen fünf und 15 Prozent gerechnet. Die operative Ebita-Marge wird zwischen 30 und 32 Prozent erwartet nach 31,8 Prozent im Jahr 2017.

Die Sofware AG hatte zuletzt bekannt gegeben, die Anzahl der Aktien um die zuvor erworbenen 2,4 Millionen Aktien zu verringern. Dies bedeutet eine Verringerung des Grundkapitals um gut drei Prozent auf 74 Millionen Euro. Nach einer Aktieneinziehung verteilen sich künftige Gewinnausschüttungen auf weniger Papiere - das treibt den Kurs nach oben.

rm/nb

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