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Geschäftszahlen enttäuschen Anleger Software AG: Neue Erlösquellen gesucht

Stand: 31.01.2019, 10:48 Uhr

Der zweitgrößte Software-Konzern Deutschlands will noch größter werden. Und er muss es auch, den im Stammgeschäft lief es zuletzt nicht so gut wie üblich. Die Aktie im TecDax erleidet am Donnerstag einen ordentlichen Rücksetzer.

Um bis zu acht Prozent ging es mit dem Titel im Tech-Index bergab, bevor wieder Käufer auf den Plan traten. Am Vormittag notiert die Software-AG-Aktie rund 4,5 Prozent tiefer. Die relative Erholung der vergangenen Wochen steht damit bereits wieder auf der Kippe. Auf Zwölfmonatssicht hat die Aktie gut ein Viertel ihres Wertes eingebüßt.

Traditionssparte macht Sorgen

Der Grund für den Knick im Aktienchart ist zunächst das schlechte Abschneiden der Software AG mit ihrem Stammgeschäft, der Integrationssoftware, im vierten Quartal war der Bereich sogar rückläufig, allein der Bereich Cloudsoftware verhalf der Sparte noch zu einem Zuwachs.

Im Gesamtgeschäftsjahr 2018 gingen die Erlöse konzernweit um zwei Prozent auf 865,7 Millionen Euro zurück, währungsbereinigt wäre allerdings ein Umsatzplus von zwei Prozent entstanden. Auch beim operativen Ergebnis gab es im Geschäftsjahr einen zweiprozentigen Rückgang auf 272,9 Millionen Euro.

Dank eines besseren Finanzergebnisses legte allerdings der Nachsteuergewinn um 17 Prozent auf 165,2 Millionen Euro zu. Dabei machte sich auch bemerkbar, dass das Unternehmen weniger für aktienkursabhängige Vergütungen aufwenden musste.

Neue Chancen in der Cloud und mit Maschinensoftware

Analysten zeigten sich in ersten Stellungnahmen enttäuscht vom Zahlenwerk und auch vom Ausblick in den wichtigen Unternehmenssparten der Software AG. Neues Wachstum will der Konzern im 50. Jahr seines Bestehens durch einen neuen Fokus auf Cloudsoftware und Anwendungen zur Maschinenvernetzung mobilisieren. Das sagte der seit August amtierende neue Vorstandschef Sanjay Brahmawar am Donnerstag.

Zudem will man stärker auf Mietsoftware setzen. Dies allerdings kostet naturgemäß zunächst. Mit zusätzlichen Investitionen von 20 bis 30 Millionen Euro rechnet man für die Erschließung und den Ausbau der neuen Bereiche. Millionen, die dann im laufenden Jahr die Erträge reduzieren werden.

AB