Telefonierender Mann geht an SoftBank-Logo vorbei

21 Milliarden Dollar Softbank bereitet Börsengang der Superlative vor

Stand: 12.11.2018, 14:36 Uhr

Er gilt als einer der wichtigsten IPOs des Jahres: Der japanische Technologiekonzern Softbank will seine gleichnamige Mobilfunktochter am 19. Dezember an die Börse bringen. Es geht um einen der weltweit größten Börsengänge.

Softbank-Gründer Masayoshi Son hofft dabei auf Einnahmen von 2,4 Billionen Yen, was etwa 21,1 Milliarden Dollar entspricht. Die Preisspanne für das Angebot will Softbank am 30. November festlegen, der endgültige Angebotspreis soll dann am 10. Dezember feststehen, teilte das Unternehmen am Montag in Tokio mit.

Damit wird der Börsengang allerdings nicht ganz so groß ausfallen wie von Beobachtern erwartet. Über den seit längerem geplanten Schritt wurde reichlich spekuliert, dass dieser den Internetriesen Alibaba noch in den Schatten stellen könnte. Alibaba, an dem Softbank selbst beteiligt ist, hatte im Jahr 2014 beim bisher weltweit größten Börsengang 25 Milliarden Dollar eingenommen.

Neuausrichtung angestrebt

Softbank will im Dezember aber nur knapp 36 Prozent der Mobilfunksparte an die Börse bringen, der Rest bleibt in seinem Besitz. Dafür ist ein Angebot von 1,6 Milliarden Aktien inklusive Mehrzuteilungsoption geplant. Bei einer großen Nachfrage ist eine Mehrzuteilungsoption für bis zu 160 Millionen Aktien im Volumen von 240,6 Milliarden Yen geplant. In diesem Fall käme das IPO tatsächlich in die Nähe des Alibaba-Börsengangs.

Investoren werden mit der Aussicht auf eine Ausschüttung von rund 85 Prozent des Nettogewinns als Dividende gelockt. Um die erhoffte Summe einspielen zu können, müsste jedes einzelne Papier für 1.500 Yen verkauft werden. Der Milliardär Son treibt mit der Abspaltung die Neuausrichtung seines Imperiums voran. Der als Mobilfunker groß gewordene Konzern agiert inzwischen vermehrt als Technologie-Investor.

Neue Geldquellen gesucht

Der unternehmenseigene Vision Fund gilt als der weltweit größte Technologiefonds. Er verfügt eigenen Angaben zufolge über 100 Milliarden Dollar. So ist Softbank neben Alibaba und Yahoo auch am US-Mobilfunker Sprint beteiligt, ebenso wie am Fahrdienstvermittler Uber.

Masayoshi Son

Masayoshi Son. | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto

Der Softbank-Gründer braucht jedoch neue Geldquellen, um weiter investieren zu können. Das Telekomgeschäft gilt als die Geldmaschine der Softbank-Gruppe. Erste Pläne für einen Börsengang waren bereits Anfang des Jahres bekannt geworden. Son steht inzwischen unter Druck, mit dem Vorhaben voran zukommen. Denn das Umfeld ist nicht ganz unproblematisch: Softbanks Mobilfunkgeschäft droht Ungemach, weil die japanische Regierung auf niedrigere Tarife dringt.

40 Prozent der Belegschaft sollen gehen

Der größte japanische Mobilfunkanbieter NTT Docomo hat deshalb bereits umfangreiche Preissenkungen angekündigt. Zudem kommt neue Konkurrenz durch den Internethändler Rakuten in den Markt. Rakuten hatte erst kürzlich ein eigenes Angebot im unteren Preissegment angekündigt.

Son plant seinerseits bereits tiefgreifende Einschnitte und erklärt, dass der zunehmende Wettbewerb nicht zulasten der Gewinne seines Unternehmens gehen werde. Um Kosten zu senken, sollen rund 40 Prozent der Stellen im Mobilfunkgeschäft abgebaut werden. Ein kleinerer Teil der Belegschaft soll in anderen Teilen des Konzerns unterkommen.

lg/dpa