SoftBank-Chef Masayoshi Son vor SoftBan Vision Fund 1-Display

Zweistelliger Milliardenverlust Softbanks Vision-Fonds: Wette geplatzt!

Stand: 14.04.2020, 09:51 Uhr

Vision, der Internet-Investitionsfonds des japanischen Technologiekonzerns Softbank, hat sich massiv verspekuliert. Schuld daran sei das vom Coronavirus geschwächte Marktumfeld. Allerdings hatte der Fonds schon vorher Milliarden in den Sand gesetzt.

Softbanks Vision-Fonds wird das Geschäftsjahr mit einem riesigen operativen Verlust von umgerechnet rund 15,3 Milliarden Euro abschließen. Das Minus von 1,8 Billionen Yen gehe vor allem auf Bewertungsrückgänge in dem aktuell schwachen Marktumfeld zurück, teilte Softbank mit.

In der Coronakrise sanken Aktienkurse auf breiter Front und vielen Unternehmen bleiben die Erlöse weg. Softbank machte keine Angaben dazu, welche Investitionen in welche Firmen zu dem Riesenverlust führten. Inzwischen fordert der aktivistische Investor Elliott eine bessere Einsicht in die Aktivitäten des Vision Fund.

Der Prinz von Saudi Arabien Mohammed bin Salman Al Saud und Masayoshi Son, SoftBank Group-CEO

Vision Fonds-Großinvestor Saudi-Arabien: Der saudische Mohammed bin Salman Al Saud (r.) und Masayoshi Son. | Bildquelle: picture alliance / AA

Sorgen mit WeWork

Der Vision Fonds, der ein Volumen von 100 Milliarden Dollar hatte, ist unter anderem am ums Überleben kämpfenden Bürovermieter WeWork und dem Fahrdienst Uber beteiligt. Der geplante Börsengang von WeWork war im vergangenen Jahr abgesagt worden. Der angeschlagene Büroraumanbieter will seinen Großaktionär nun auch noch nach einem geplatzten Aktienverkauf verklagen.

Softbank hatte sich vergangene Woche von dem Plan distanziert, für rund drei Milliarden US-Dollar Aktien des schwächelnden Konzerns zu kaufen. Zusätzlich belastete die Insolvenz der Satellitenfirma OneWeb.

Investoren sind unzufrieden

Das gigantische Minus wird auch den Technologiekonzern selbst tief in die Verlustzone ziehen. Softbank als einer der Geldgeber des Fonds muss für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr voraussichtlich einen operativen Fehlbetrag von  umgerechnet fast 11,5 Milliarden Euro verbuchen. Netto beträgt das Minus mehr als 6 Milliarden Euro. Es ist der erste Verlust seit 15 Jahren.

Der Konzern hatte jüngst angekündigt, sich von großen Vermögensteilen zu trennen, um Schulden zurückzuzahlen und ein 18 Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. So will der japanische Mischkonzern unter der Führung von Investorenikone Masayoshi Son über die kommenden vier Quartale Anteile in Höhe von insgesamt 41 Milliarden US-Dollar abstoßen.

SoftBank-Chef Masayoshi Son

SoftBank-Chef Masayoshi Son: In diese Richtung soll es gehen. | Bildquelle: Imago

Damit kommt Softbank jahrelangen Forderungen von Investoren wie dem Hedgefonds Elliott nach, deren Sorgen sich in der Coronavirus-Krise verschärft hatten.

ts/rtr/dpa