SoftBank

Erlösung nach den Rückschlägen? Softbank und Naver wollen Technologieriesen schaffen

Stand: 18.11.2019, 14:45 Uhr

Der übernahmehungrige japanische Investor SoftBank will mit dem südkoreanischen Suchmaschinenanbieter Naver einen 30 Milliarden Dollar schweren Technologieriesen schmieden.

Die beiden Konzerne wollen ihre Töchter Z Holdings (früher: Yahoo Japan) und Line fusionieren, wie Softbank am Montag mitteilte. Der Zusammenschluss soll bis Oktober 2020 über die Bühne gehen. Die Pläne sehen vor, dass das Joint Venture den Konzernen zu jeweils 50 Prozent gehört.

Ergebnis des Joint Venture: Ein Internetriese

Naver

Aus Naver un Softbank entsteht ein Internetriese. | Bildquelle: Unternehmen

Im Zuge des Zusammenschlusses wollen Softbank und Naver, das 73 Prozent an Line hält, den übrigen Aktionären eine Übernahmeofferte unterbreiten. Demnach sollen je Line-Aktie 5200 Yen (47,77 Dollar) geboten werden. Das würde Line mit zwölf Milliarden Dollar bewerten. Durch den Deal würde ein Internetriese für Werbung, Onlinehandel und Zahlungsverkehr entstehen.

Politisch wichtige Zusammenarbeit

In einer Zeit verschärfter politischer Spannungen zwischen Japan und Südkorea könnte die Fusion die bedeutendste wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder des letzten Jahrzehnts sein, schrieb Jaewoong Lee, ein südkoreanischer Unternehmer und Gründer des Naver-Rivalen Daum auf seiner Facebook-Seite.

Softbank- und Naver-Aktie steigen

Sowohl die Titel des Großinvestors Softbank als auch die Papiere der südkoreanischen Line-Mutter Naver stiegen am Montag an. Während das Kursplus bei Softbank am Mittag rund ein Prozent betrug, kletterte die Naver-Aktie zwischenzeitlich auf ein Zweijahreshoch von 181.500 Won.

Ende der Negativserie?

Softbank hat nach einer Reihe von Rückschlägen erstmals seit 14 Jahren einen milliardenschweren Quartalsverlust eingefahren. So scheiterte der Börsengang des Bürovermieters WeWork krachend, die Bewertungen von Beteiligungen wie dem Fahrdienstleister Uber brachen ein. Die neue Kooperation könnte Softbank zu neuer Kraft verhelfen.

ms/rtr