SoftBank-Shop in Tokyo

Neues aus Berlin & Tokio Softbank: Mega-IPO in Japan?

Stand: 15.01.2018, 13:11 Uhr

Der japanische Technologiekonzern Softbank erwägt einen Börsengang seiner Mobilfunktochter. Es wäre einer der größten Börsengänge in Japans Unternehmensgeschichte. Auch beim Berliner Startup Auto1 war Softbank gerade aktiv – hier fällt ein Milliarden-IPO deshalb wohl aus.

Der Einstieg des Technologieinvestors Softbank beim Berliner Startup Auto1 macht laut Firmenmitgründer Hakan Koc einen Börsengang zunächst unnötig. Die Summe von 460 Millionen Euro sei das, was wohl auch ein Aktienmarktdebüt gebracht hätte, sagt Co-Chef Koc der Nachrichtenagentur Reuters. "Deswegen steht ein Börsengang erst mal nicht an", so Koc, ohne dies für die Zukunft auszuschließen. Insgesamt liegt die Bewertung derzeit bei 2,9 Milliarden Euro.

Bei Auto1 hält Softbank laut Koc zusammen mit den Gründern nun mehr als die Hälfte am Unternehmen. Diese wiederum sind mit etwas mehr als 30 Prozent beteiligt. Die Gebrauchtwagen-Plattform ist in Deutschland vor allem für Wir-Kaufen-Dein-Auto.de bekannt. Das frische Kapital will die vor sechs Jahren gegründete Firma vor allem für den Ausbau zusätzlicher Standbeine wie den Direktverkauf von Autos und Finanzierungsmöglichkeiten für Händler nutzen.

Softbank hat große Pläne

Während in Deutschland der Börsengang von Auto1 zunächst in weitere Ferne gerückt zu sein scheint, steht in Japan eventuell ein Mega-IPO an. Ein Börsengang der Softbank-Mobilfunktochter sei eine der möglichen Optionen, eine Entscheidung gebe es noch nicht, teilte der Konzern heute mit. Er bestätigte damit teilweise einen Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei". Dem Blatt zufolge könnte das Listing rund zwei Billionen Yen (15 Milliarden Euro) hereinholen.

Laut Zeitung plant Softbank die Notierung seiner Telekomtochter für den Herbst. Ein Antrag an der ersten Sektion der Tokioter Börse solle voraussichtlich im Frühjahr erfolgen. Auch anderen Berichten zufolge könnte Softbank eine zeitgleiche Notierung auch in Übersee anstreben, möglicherweise an der Börse in London.

Softbank-Aktie mit Rückenwind

Die Softbank-Gruppe beabsichtige, rund 30 Prozent der Aktien an der Telekomtochter an Investoren zu verkaufen, den Rest wolle Softbank behalten. In Reaktion auf die Medienberichte über den geplanten Börsengang legte die Softbank-Aktie an der Börse Tokio deutlich zu.

Softbank ist auch Großaktionär beim US-Mobilfunkanbieter Sprint, dessen Pläne für eine Fusion mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US Ende vergangenen Jahres scheiterten. Die Softbank Group ist an zahlreichen Technologieunternehmen beteiligt, darunter am britischen Chipdesigner ARM Holdings und am chinesischen Online-Händler Alibaba. Zusammen mit anderen Investoren hat sie zudem den 93 Milliarden Dollar schweren Vision Fund aufgelegt, der Geld in zahlreiche Technologiefirmen steckt.

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