SoftBank-Zentrale in Tokio

Milliardenverlust im dritten Quartal Softbank hat sich verzockt

Stand: 06.11.2019, 10:11 Uhr

Der japanische Technologieinvestor Softbank hat erstmals seit 14 Jahren einen milliardenschweren Quartalsverlust eingefahren. Verantwortlich dafür sind die hohen Verluste eines Taxidienstes und eines Bürovermieters.

So hat der Fahrdienstleister Uber, an dem Softbank maßgeblich beteiligt ist, in den drei Monaten bis Ende September ein Minus von 1,2 Milliarden Dollar eingefahren - trotz intensiver Sparrunden und Massenentlassungen.

Hinzu kommen die katastrophalen Kosten des gescheiterten Börsengangs des Büroanbieters WeWork, den Softbank zuletzt mit mehr als zehn Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch gerettet hat. Damit verdoppelten die Japaner ihre ursprünglich angekündigte Finanzspritze für das angeschlagene Büroraum-Startup.

Milliardenschwere Abschreibung

Insidern zufolge brachte die jüngste Komplettübernahme von WeWork die Gesamtinvestition der Japaner in dieses Unternehmen auf mehr als 19 Milliarden Dollar, wobei der Büroraum-Vermittler jetzt nur noch 8 Milliarden Dollar wert sei. Zum Vergleich: Im Januar lag die Bewertung noch bei 47 Milliarden Dollar. Softbanks-Vizechef Marcelo Claure soll nun WeWork sanieren.

Es kann also nicht überraschen, dass Softbank und sein schillernder Chef Masayoshi Son von Juli bis September einen operativen Verlust von 6,5 Milliarden Dollar angehäuft hat. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch ein positives Ergebnis in dieser Höhe ausgewiesen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Bruchteil des Verlusts gerechnet.

Unter Druck

Nun steht Softbank selbst mächtig unter Druck. Denn nach dem spektakulären Absturz von WeWork, das momentan mit dem Überleben ringt, ist Uber die derzeit wichtigste Wette von Softbank. Doch auch hier gibt es zunehmend Zweifel am Erfolg des Geschäftsmodells.

So ist die Aktie des einst wertvollsten Jungunternehmens der Welt - im Fachjargon auch Einhorn genannt - bislang ein Trauerspiel. Seit der Erstnotierung im Mai ging es nur nach unten: um 33 Prozent und das vor dem Hintergrund steigender Kurse im Gesamtmarkt.

Riesiges Marktpotenzial

Hoffnung machen laut Softbank die Aussagen von Uber, wonach das weltweite Marktpotenzial der Transportbranche gigantische zwölf Billionen Dollar betragen soll. Davon will sich Uber langfristig 15 Prozent erschließen, was einem stolzen Umsatz von 1,8 Billionen Dollar entspräche. Im vergangenen Jahr betrug der Uber-Umsatz 11,3 Milliarden Dollar. Für dieses Jahr werden knapp 15 Milliarden Dollar erwartet.

Ob und wann Softbank davon profitieren wird, steht noch nicht fest. Prognosen für das noch bis zum 31. März 2020 laufende Gesamtgeschäftsjahr haben die Japaner nicht bekannt gegeben.

lg