Ein schreiender Paketbote aus der Zalando-Werbung
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Miese gemacht So wird das nichts, Zalando!

Stand: 07.11.2017, 09:01 Uhr

Im Preiskampf mit anderen Wettbewerbern in der Online-Modebranche hat Zalando ordentlich Federn lassen müssen. Das Unternehmen wird immer unprofitabler.

Im dritten Quartal rutschte das MDax-Unternehmen in die roten Zahlen und wies unter dem Strich einen Verlust von 10,5 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von 5,0 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Marge unter Druck

Die bereinigte operative Marge lag zwischen Juli und September bei null, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Mit anderen Worten: Zalando verdient mit jedem umgesetzten Euro – nichts! Und das wohlgemerkt vor Abzug von Steuern und Zinsen.

Vor diesem Hintergrund fällt nun auch der Blick auf das Gesamtjahr pessimistischer aus: Beim operativen Ergebnis (Ebit) rechnet Zalando jetzt mit einer Marge von "leicht unter fünf Prozent". Bislang hatte das Berliner Unternehmen eine Rendite am unteren Rand der Spanne von fünf bis sechs Prozent angestrebt.

Hohe Ausgaben

Die branchenweit hohen Lagerbestände haben einen Preiskampf zwischen Zalando und seinen Wettbewerbern wie der britischen Asos entfacht.

Zalando steckt derzeit viel Geld in den Ausbau von Logistik, IT und Service um sein ehrgeiziges Ziel zu erfüllen, bis 2020 sein Geschäft zu verdoppeln. In diesem Jahr sind Investitionen von rund einer Viertelmilliarde Euro eingeplant.

Anleger nicht begeistert

An der Börse sorgen die frischen Zalando-Zahlen für Entsetzen. Die im MDax notierte Aktie fällt zu Handelsbeginn auf Xetra um 5,0 Prozent auf 41,25 Euro.

Das Allzeithoch bei 45,50 Euro rückt damit wieder in weite Ferne. Die Aktie fällt aus ihrem steilen kurzfristigen Aufwärtstrend seit Ende Oktober wieder heraus und nähert sich nun ihrer aktuell bei knapp 40 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie an.

Spätestens an dieser Stelle sollten die Zalando-Bullen aber zum Gegenschlag ausholen, um eine mittel- bis langfristig bedeutsame negative Weichenstellung zu verhindern.

ag